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Ein politischer Thriller,ein gesellschaftskritischer Slasher,kann das gut gehen?In Mary Harrons kongenialer Verfilmung von Bret Easton Ellis Kultbuch ist es gut gegangen.In erster Linie ist dies natürlich Christian Bale zu verdanken.Er spielt alle Facetten der multiplen Charaktere von Patrick Bateman derartig überzeugend,daß man nur noch fasziniert vor der Leinwand sitzt.Aber auch die Regie verdient großes Lob. Allein der Einstieg schon - blendendes weiß und darauf dann knallrote Bluttropfen -das hat man sonst so nur bei Altmeister Argento gesehen.Harron verzichtet größtenteils auf die filmische Wiedergabe der im Buch explizit beschriebenen Gewaltszenen.Die Kamera schwenkt zumeist vorher ab und das tut der Geschichte gut.
Geschildert wird die Yuppieszene der 80er Jahre.Ästhetische,selbstverliebte Menschen die nur für sich selbst und ihre Inszenierung leben.Mit viel Ironie und erfrischendem Wortwitz entsteht eine gefühlskalte Welt voller Egoisten,die längst jeglichen Sinn für menschliches Miteinander zugunsten einer glitzernden und gut riechenden Scheinwelt aufgegeben haben.Überfluß bis zum Überdruß.Und mittendrin die Figur des Patrick Bateman,ein Börsenmakler der Menschen mordet,wie er Firmen ausplündert.Der Andere zählt nicht,Morde werden geschildert wie Rezepte aus einem Kochbuch.Bateman geht im wahrsten Sinne des Wortes über Leichen.Wie im richtigen Leben die Millionen scheffelnden Ackermanns dieser Welt , lebt Bateman sein Luxusleben ausschließlich nach seinen Regeln und wer ihm nicht gefällt wird kalt gemacht.Und wie im richtigen Leben die Ackermanns ,bleibt auch Bateman ungeschoren.Die Welt nimmt seine Untaten kaum zur Kenntnis.Er hat alle moralischen Grenzen gesprengt,doch die Karawane zieht unbeeindruckt weiter.
Ein großartiger,bitterböser Film mit einem Christian Bale in der Rolle seines Lebens.Empfohlen allen Verfechtern einer absolut freien Marktwirtschaft und eines hemmungslosen Hedonismus.9 von 10 Punkten.
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