Vielleicht war es ja ganz gut, daß ich das gleichnamige Buch nicht gelesen habe, da die Verfilmung niemandem, der den Roman kennt, wirklich zu gefallen scheint. Dies soll aber eine Filmbesprechung sein und kein Buch-Film-Vergleich!
Für sich betrachtet liegt hier nämlich ein ganz hervorragender Film vor, der Dank der präzisen Schauspielkunst Christian Bales nie seine Wirkung verliert. So wird das immer tiefer in den Wahnsinn Abgleiten zu keinem Zeitpunkt unglaubwürdig, auch wenn die Situationen, die daraus entstehen, und auch der Prozeß an sich, mal lächerlich nichtig, mal fulminant brutal erscheinen. Daß dabei die Gewalt niemals explizit ausgewalzt wird, kommt dem Film sogar zugute, da dies die subtile Darstellung des Films, die ihm solche Kraft verleiht, nur schwächen würde. Das einzige, was den einen oder anderen stören dürfte, ist die Tatsache, daß der Film dem Zuschauer eine eindeutige Auflösung des Geschehens verweigert und mehrere Deutungsmöglichkeiten bietet, doch kann es eigentlich nie falsch sein, den Rezipienten zum Nachdenken zu zwingen, um das für ihn plausibelste und zufriedenstellendste Ende real werden zu lassen. Zumindest verläßt auf diese Weise niemand das Kino, ohne sich noch eine Weile mit dem Thema auseinanderzusetzen, was wohl auch die Intention der Regisseurin gewesen sein dürfte.