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Patrick Bateman ist ein Mann, der sehr viel Wert auf sein Äußeres legt. Er lebt in einer sterilen Wohnung und ist Teil einer wohlhabenden Gesellschaft junger, beruflich erfolgreicher Männer. Aber er führt ein Doppelleben, denn besonders, wenn er einmal nicht im Büro sitzt, kann es vorkommen, dass der gute Patrick sein zweites Gesicht nicht nur zeigt, sondern es in Form von Morden auch auslebt.

Bateman implodiert, rastet im Inneren aus. Nur einmal stülpt sich dieses Innere nach außen - bei der Verfolgung eines seiner Opfer mit der Kettensäge. Bateman muss kontrollieren. Das gelingt ihm teilweise mit Musik. Der Rezipient erfährt nicht genau, warum er ein Psychopath ist, denn äußerlich ist er die personifizierte Gelassenheit. Tief in seine Gedankenwelt einzudringen, wie etwa sein gestörtes moralisches Empfinden zu analysieren, wird uns jedoch nicht gewährt. Dies ist etwas bedauerlich, denn die Kraft des Filmes speist sich weniger aus der Story als vielmehr aus der Faszination für den Charakter Patrick Bateman. Andere Figuren, wie ein ermittelnder Polizist (William Defoe) verlaufen sich im Sande und werden vom Skript durch den omnipotenten Bateman ohnehin in die Peripherie gedrängt.

"American Psycho" versteht sich deutlich als Satire auf die Macht der Yuppie-Gesellschaft, in der man um die schönsten Visitenkarten buhlt und gegen die polizeiliche Gewalt alleine aufgrund der sozialen Stellung immun zu sein scheint. Ein Psychopath kann derjenige nicht sein, der bereits im jungen Alter den Erfolg auf seiner Seite hat und das große Geld scheffelt. Ausgezeichnet spielt Christian Bale diesen paradoxen Patrick Bateman mit all seinen Facetten, sei es der Beauty- oder Businessman oder der kaltblütige Killer. Die perfekte Wahl, ohne ihn wäre das Satirische nur halb so satirisch, soviel steht fest.

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