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Tagsüber arbeitet Patrick Bateman an der Wall Street, doch wenn es Nacht wird über Manhatten, tötet er Bettler und Prostituierte. Sein Haß gegenüber den Menschen wird immer größer und so ist es ihm fast nicht möglich seine Aggressionen in Zaum zu halten.

Uff. American Psycho ist mit normalen Maßstäben kaum zu messen. Eine richtige Sory gibt es im eigentlichen Sinne gar nicht, der Film ist eine einzige bissige Satire auf die Welt der aalglatten, seelenlosen Jungökonomen und deren inneren Abgrund. Die Frage was Bateman letzlich genau zu seinem mentalen Blattschuß geführt hat, bleibt genauso unbeantwortet, wie die letztendlichen Folgen seiner Tätigkeit. Den zugrundeliegenden Roman hab ich zwar leider nicht gelesen, er scheint jedoch einen näheren Blick Wert zu sein, denn als Zuschauer hat man ein diebisches Vergnügen zum einen den ausgezeichnet aufgelegten Schauspielern zuzusehen als auch die zynische Kritik am allgemeinen Yuppieleben in sich aufzunehmen. Trotz aller Bluttaten bietet American Psycho durchaus einen feinen hintergründigen Humor. Chriastian Bale leistet hervorragende Arbeit als gelangweilter Jungbonze der langsam aber sicher seinen geistigen Halt verliert, auch Willem Dafoe macht als Inspektor Laune, bei seinen Auftritten mußte ich irgendwie immer an Columbo denken, jedenfalls haben beide immer noch eine weitere Frage. Warum allerdings der Inspektor unvermittelt aus der Handlung verschwindet, obwohl er bereits hinreichend Verdächtigungsmomente gegenüber Bateman hat, weiß wohl nur der Scriptwriter.
Insgesamt ist die Psychopathenmär ein unterhaltsamer Film, an den man sich allerdings erst gewöhnen muß. Definitiv kein Werbespot für ein ausgeglichenes Seelenleben, sondern eine bitterböse Abrechnung mit all dem geschniegelten Wall Street Volk, das trotz Armani Anzügen kein Deut besser ist, als das restliche Volk. Kann man durchaus empfehlen den Film.
7/10

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