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Mit "American Psycho" hat sich Regisseurin Mary Harrison an einen Stoff gewagt, der als unverfilmbar galt. Jeder, der das Buch von Bret Easton Ellis gelesen hat, weiß auch, warum. Die Beschreibung der Morde in der Romanvorlage sind an Brutalität und Perversität kaum zu übertreffen.

Es geht um den vom Erfolg verwöhnten Wall Street Yuppie Patrick Bateman. Er hat alles, was man(n) sich wünscht: Gutes Aussehen, Geld und Frauen. Allerdings gibt es eine andere Seite an ihm. Nachts wird er zu einem skrupellosen Serienkiller mit einer besonderen Vorliebe für Prostituierte.
Durch diese Schizophrenie verliert er zusehends den Bezug zur Realität...

Erstaunlicherweise ist die Verfilmung des Skandalromans durchaus gelungen. Auch, wenn die Regisseurin die sichtbare Gewalt auf ein absolutes Minimum reduziert hat, weiß "ihr" Patrick Bateman durchaus zu schocken. Auch die Oberflächlichkeit und die Langweiligkeit des Lebens, das er führt, ist in dem Film toll umgesetzt worden. Ganz besonders die Szene, in denen er und alle seine Yuppie - Kollegen ihre Visitenkarten vergleichen und jeder auf den anderen neidisch ist, obwohl eigentlich alle Karten gleich aussehen, ist sehr amüsant. Ebenso das blinde "Hinter - jedem - Trend - Herhecheln", auch auf Kosten der eigenen Persönlichkeit und die immer geringer werdende Wertschätzung menschlichen Lebens werden in der Verfilmung aufgegriffen. Von Anfang an ist klar, dass der Charakter des Yuppies Bateman komplett austauschbar ist. Er unterscheidet sich in seiner arroganten Art nicht von seinen Kollegen.
Der damals noch relativ unbekannte Christian Bale spielt Patrick Bateman absolut überzeugend. Man nimmt ihm den Charakter sofort ab. Ebenso tadellos ist die Vorstellung von Willem Dafoe als Detective Donald Kimball.
Auch, wenn die Verfilmung die Intensivität des Romans nicht ganz einfangen kann, ist "American Psycho" eine tolle Umsetzung geworden.
7/10 Punkte

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