Review

Hannibal Lecter hat ausgedient. Der neue Serienkillerstar heißt Patrick Bateman. Regisseurin Mary Harron ("I Shot Andy Warhol") ist das Unmögliche gelungen: Sie verfilmte "American Psycho", Bret Easton Ellis' Roman der 80er Jahre, in dem er mit haarsträubender Detailfreude Mode und Morde in der Yuppie-Szene Manhattans schilderte.

Harron reduzierte die drastischen Gewaltszenen zu Gunsten des schwarzen Humors, und mit Hauptdarsteller Christian Bale fand sie das genial-perfekte Sinnbild für die Ego-Generation: Jung und gutaussehend gibt er den stinkreichen Markenfetischisten und Phil-Collins-Fan - und mordet bestialisch-präzise nach Feierabend. Ein Schlächter mit Ärmelschonern.

Als er seinen Kollegen Paul Allen (Jared Leto) zerstückelt, hat er vorher den Boden fein säuberlich mit Zeitungen ausgelegt - schließlich soll kein Blut den Marmor bespritzen. Dann streift er sich einen langen Regenmantel über, um seinen Anzug zu schonen. Schließlich legt er zu Huey Lewis' "Hip to be square" ("Es ist schick, bieder zu sein") einen gewieften Moonwalk hin, zückt die Axt - und haut sie Paul mehrmals in den Rücken.

Lecter verliert somit an Schrecken, da ein Jederman, wie Bateman überall lauern kann.

Details
Ähnliche Filme