Review

Rechtzeitig vor den Oscars hab ich meinen heimlichen Oscar-Favoriten (nur anhand des Trailers) endlich gesehen:

The Hurt Locker ist ein klasse (Anti-)Kriegsfilm, der (mir) mal wieder die Sinnlosigkeit des amerikanischen Unterfangens, ein politisches System im Irak, das sowieso keiner haben will, zu manifestieren, beschreibt. Unter dem Deckmantel eines Antikriegsfilms verbirgt sich aber auch ein hervorragender Action-Film mit mannigfaltigen Charakteren: Sgt. Sanborn, der Pflichtbewusste, der immer den Dienstweg wählt und möglichst schnell die Hölle auf Erden hinter sich lassen will. Auf der anderen Seite Staff-Sgt. James, ein wagemutiger Adrenalinjunkie, der gar nicht mehr anders kann, als sich fortwährend der Gefahr, jeden Moment in tausend Stücke zerfetzt zu werden, auszusetzen. Was sind die Motive für dieses Verhalten? Obwohl die unruhigen Bilder in den sandigen Straßen Bagdads gar keinen tieferen Einblick in die kriegsgeplagten Seelen dieser Menschen zulassen, stellen sich diese Fragen wie von selbst, obendrein wirft der Film diverse moralische Fragen auf, mit denen sich eher unerfahrene Soldaten wie Sunborn und Eldridge konfrontiert sehen. Das gibt The Hurt Locker eine ganz besondere Note und hebt ihn auch angenehm von dem, ich nenn's mal Einheitsbrei im Genre Kriegsfilm, ab.

Die psychische Belastung der Soldaten wird druch das Mittendringefühl mit Wackel-Cam und durch das nervenzerfetzende und unvorhersehbare Geschehen vor Ort, wenn der Bombentechniker zu seinem Werk schreitet, noch einmal verstärkt. Ganz anders als bei einem konventionellen Schusswechsel, der schnell mal an Brisanz und auch an der Aufmerksamkeit des Zuschauers einbüßt. Kritik gibt es von mir wenig, die Umsetzung von Bigelow war brillant, obwohl vllt. der Stoff per se mich nicht vom Hocker reißen kann. Aber für's Daumendrücken bei den Oscars reicht es schon noch.

Fazit: Unkonventioneller Kriegsthriller, vollgepackt mit Action, bei dem das Miterleben und auch Verstehen im Vordergrund stehen.

8/10

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