Nach vier Spielen als Ex-Teilzeitzocker und fünf Realverfilmungen des Resident Evil-Universums habe ich mich dann doch mal an die erste komplett computeranimierte Verfilmung "Degeneration" rangetraut und mein Bauchgefühl, das mir vorher sagte: "Tue es nicht", sollte sich im Nachhinein bestätigen. Wenn Menschen aus dem PC kommen fühlt es sich einfach nicht echt an.
Kommen wir mal wieder zu dem Ur-Resident Evil-Spiel zurück, das damals nicht nur neue Maßstäbe in Gamegrafik setzte und mit dem Survival-Horror ein neues Genre erfand. Nein, das i-Tüpfelchen von diesem Spiel waren die Filmsequenzen, die mit echten Darstellern abgedreht worden sind. Durch diese (für Spiele auch noch richtig brutale) Szenen war das Spiel noch lebendiger. Ein Trend, den man leider nicht mehr fortsetzte und ab Teil Zwei auf computeranimierte Figuren wie Claire Redfield oder Leon S. Kennedy (die auch in "Degeneration" mitspielen) setzte. Natürlich waren die Spiele immer noch toll, aber das gewisse Etwas fehlte eben.
Und so geht es mir auch mit diesem Film. Im Unterbewusstsein dachte ich ununterbrochen daran, wann dieser Film (=Anfangssequenz) zu Ende ist und ich endlich das Gamepad zum Daddeln in die Hand nehmen kann.
Aber soll mein altes, vergrabenes Zockerherz in Frieden ruhen, und so komme ich wieder zum Film zurück. Das erste Drittel spielt sich in einem Flughafen ab und schon da verschlug es mir die Sprache. Manche Menschen sind sehr gut geraten und schauen relativ echt aus, während andere sich bewegen bzw. aussehen, als hätte man hier probiert aus dem alten Commodore 64 alles rauszuholen. Dieses Elend zieht sich durch den ganzen Film. Die Qualität der Animationen liegt zwischen unterirdisch schlecht und elegant, wobei mir die aalglatten Gesichter der guten Jungs und Mädels doch zu sehr etwas auf Hochglanzoptik getrimmt waren.
Ein weiterer Schnitzer in meinen Augen ist einfach die Tatsache, dass man hier nicht in der Lage war, die Mimik richtig rüberzubringen. Einen großen Anteil daran haben auch die gelangweilten deutschen Synchronsprecher (die in vielen Passagen sogar unsynchron vor sich hin brabbeln).
Die eigentliche Story ist nicht wirklich schlecht, doch relativ einfach gestrickt ist und für meinen Geschmack hätte man nicht noch andere Firmen erfinden müssen, die es in den Spielen gar nicht gibt. Außer Claire und Leon keine bekannten Gesichter, die in den Spielen vorkamen. Warum kein Albert Wesker?
Der Splatteranteil, der ja gerade im Animationsfilm praktisch keine Grenzen kennt, ist auch unzufrieden ausgefallen.
Insgesamt gesehen war ich von "Resident Evil:Degeneration" enttäuscht, ja sogar gelangweilt aufgrund der oben genannten Mängel.
3/10