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„Resort to Kill“ bietet für Fans des Actiongenres ein unterhaltsames Buddy-Movie der Güteklasse B.
Irgendwo auf einer Karibikinsel: Osato (Woon Young Park) und Dr. Quinn (Meg Foster) wälzen sich gerade durch die Laken, als sie die Wachen hören. Da ihre Affäre aufgeflogen scheint, rennt Osato in Todesangst vor dem Herren der Insel davon. Doch auf Flucht wird er von dem Killer Muller (Deron McBee) nach kurzem Kampf ermordet. Es stellt sich heraus, dass Quinn an der Ermordung beteiligt ist und Osatos Tod geplant. Der Anfang auf der dunklen Insel ist recht stimmig, die Klopperei ganz nett.
Cop John Keller (Roddy Piper) muss sich derweil in L.A. für eine Ermittlung von ihm und seinem Partner Jiro Jinkline (Sonny Chiba), genannt J.J., verantworten, die schief ging und die Ermordung ihrer Kollegin Jill durch einen wahnsinnigen Mörder zufolge hatte. Natürlich bietet die in Rückblenden erzählte Operation Raum für einige nette Actionszenen und auch Humor, z.B. wenn Keller erklärt „Wir erklärten alle Anwesenden für verhaftet, doch sie entschlossen sich zu gehen. Wir versuchten sie zum Bleiben zu überreden, natürlich so freundlich wie möglich.“ (d.h. sie wurde verprügelt) oder die Katastrophe versucht runterzuspielen: „Und die Sache mit dem Schwert... J.J. hat wirklich nur die stumpfe Seite benutzt.“

Allerdings will John Jills Mörder auf eigene Faust finden und folgt bei der Operation gefundenen Indizien auf die Karibikinsel vom Anfang. Hier ermittelt er, offiziell im Urlaub, gegen einen Verdächtigen Pharmakonzern. Bald stößt er auf ein grausiges Geheimnis – genauso wie die ebenfalls recherchierende Journalistin Karen Keeler (Kim Morgan Greene). Doch die beiden merken, dass mit dem Konzern nicht zu spaßen ist...
„Resort to Kill“ ist ein wirklich unterhaltsames Buddy Movie, wenn auch ein typischer B-Film. So könnte die Spannungskurve sicherlich größere Höhen erreichen und die Story verbindet Untote, Ninjas und verbrecherische Konzerne zu einem recht seltsamen Plotgemisch. Dennoch wirkt der Film nicht allzu trashig und die Geschichte hat keine allzu großen Längen. Zudem hat Regisseur Daniel Neira ein gutes Gespür für Inszenierung und setzt den Streifen recht gut in Szene.
Die Aufnahmen der exotischen Insel geben dem Film ebenfalls einen schönen Touch und bringen die karibische Atmosphäre sehr gut rüber. Auch der locker-leichte Humor passt gut in dem Film hinein, vor allem ein zu Späßen aufgelegter Roddy Piper hat den ein oder anderen Brüller parat (z.B. als er sich als vor den Wachen bei den Ruinen doof stellt, vor allem im O-Ton zum Schreien). Sicherlich sind nur ein paar Gags echte Kracher, aber zum Grinsen regt der lockere Ton des Films schon an.

Die Action bietet in erster Linie ordentliche Kloppereien garniert mit ein wenig Geballer, ein paar Stunts und etwas Ninjawaffeneinsatz. Insgesamt ist die Action ziemlich gut inszeniert, auch wenn es ein wenig spektakulärer zugehen könnte. Dennoch stimmt auch die Choreographie der Kämpfe und langweilig werden die Actionszenen weiß Gott nicht, so dass zumindest der Genrefan seine Freude haben dürfte. Sowohl in der deutschen als auch in der britischen Fassung ist der Film guckbar. Die deutsche Fassung ist zwar stärker verkürzt, aber die Cuts fallen bei Unkenntnis einer anderen Fassung nicht auf, zumal es sich seltsamerweise nur um Handlungsschnitte handelt (J.J.’s Tochter kommt in der deutschen Fassung z.B. gar nicht vor).
Die Schauspieler agieren auf gehobenem B-Niveau, nur die Performances bei der Untotendarstellungen sind meist recht affig. Meg Foster ist recht routiniert als fiese Möpp, Sonny Chiba ein ordentlicher Held der alten Garde (nur sein Englisch im O-Ton eine Qual). Sunnyboy Roddy Piper ist ziemlich gut und eine Verbreiter von guter Laune und auch Kim Morgan Greene spielt ziemlich überzeugend.

„Resort to Kill“ ist ein kurzweiliges Buddy Movie vor exotischem Hintergrund mit netter Action. Genrefans dürfen auf jeden Fall einen Blick riskieren.

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