Gleich zum Inhalt:
Black Metal mit Satanismus verbinden und die Seele an den Teufel verkaufen – kein Thema.
Das Schicksal einer Junkie-Hure einflechten und in Verbindung mit den Besessenen bringen – okay.
Einen Kameramann für Nachrichten an seinem neuen Arbeitsplatz beim Porno-Dreh begleiten – nun ja.
Alle drei Erzählelemente könnten für sich stehend eventuell noch amüsante Kurzgeschichten abliefern, aber alles zu einem Gesamtbrei zu vermengen, - damit hat sich der spanische Regie-Debütant Sergio Blasco maßlos überworfen.
Denn er bekommt von Anfang an keine klare Struktur auf die Beine. Wir begleiten die heroinsüchtige Mani bei einem Überfall auf eine Apotheke, der für sie mit Knast endet, aus dem sie nach einiger Zeit entlassen wird, fortan ihr Leben wieder auf die Reihe bekommen will, jedoch genauso tief im Morast versinkt, wieder zu Drogen greift, auf dem Strich landet, aber nebenher noch die jüngere Schwester sucht.
Der titelgebende Rocksänger Toni Belcebu taucht immer mal wieder auf, als Geschäftsmann und Finanzier der Porno-Firma, als Schuldiger für zahlreiche Selbstmorde seiner Groupies und als Hahn im Korb mit mehreren Frauen im Bett.
Dass der Teufel in Person auftaucht, um mit ihm ein Geschäft einzugehen, wird hingegen nur während einer Szene thematisiert und hat bis auf das Finale auch keinerlei Auswirkungen auf den Verlauf der Geschichte.
Völlig unnötig ist hingegen die Episode über Kameramann Angel, dem zurückhaltenden Saubermann, der Porno-Drehs eigentlich widerlich findet. Eine ganze Weile wird er immer mal wieder eingebunden, erzeugt einen storytechnischen Zusammenhang nur, weil er im selben Haus wie Mani wohnt und Kontakt zu einer ihrer Freundinnen hat. Im letzten Drittel hat er jedoch rein gar keinen Einfluss mehr auf die Story und verschwindet am Ende völlig in der Versenkung.
So mäandert die Handlung die volle Laufzeit über vor sich hin, trampelt mehrfach auf der Stelle, ohne auch nur in Ansätzen etwas Gehaltvolles zu erzählen.
Für eine Milieustudie ist das alles zu flach, für ein ernstzunehmendes Drama zu katastrophal gespielt und von einem Horrorbeitrag fehlt, bis auf eine finale Szene, jede Spur.
Würde die unfassbar schlecht betonte Synchro nicht ab und an zum Schmunzeln einladen, wäre der Streifen die ultimative Nullnummer.
Lange Zeit weiß man gar nicht, worauf der Stoff hinaus will. Man sieht sich überwiegend asozialem Pack gegenüber, welches entsprechend in Szene gesetzt wird und nicht in Ansätzen Sympathien erzeugt. Daneben stehen viele Randfiguren im Mittelpunkt, die nicht im Geringsten zum Fortschritt beitragen, wie drei Geschäftsleute während einer Unterredung für eine anstehende Feier. Hier mal wieder Mani, die erneut völlig neben sich steht, da mal der Rockmusiker, der zu uncool ist, um überhaupt Interesse zu erwecken und ewige Zeit, bis ein erklärender Flashback endlich verdeutlicht, in welchem Verhältnis Mani und Belcebu überhaupt einzuordnen sind, - an der Stelle neigt sich der Film allerdings bereits deutlich dem Ende entgegen.
Und dann durchbrechen zwei, drei Minuten Showdown plötzlich das vorherrschende Gelaber um nichts. Wie vom Blitz getroffen kommen urplötzlich Tempo und Bewegung ins Spiel und während dieser Szenen sind auch die einzigen Horror-Anteile zu finden. Um nicht zuviel vorwegzunehmen, - es herrscht Panik, Blut fließt und einige Schüsse fallen.
Jene Momente werden jedoch so überspitzt dargestellt, als seien sie von einem anderen Regisseur initiiert worden. Man ist ein wenig irritiert.
Natürlich hebt sich der Streifen von der breiten Masse ab, - es ist ein spezieller Film für ein spezielles Publikum, wobei sich allerdings die Frage stellt, an welche Zielgruppe er sich eigentlich wendet.
Denn er weiß nicht in Ansätzen eine Dramaturgie aufzubauen, kann null Spannung erzeugen und streut seine erzählerischen Humoreinschübe so sparsam, dass nicht mehr als ein gähnendes Achselzucken dabei herum kommt.
Unterkühlt, geschwätzig, unsympathisch und über weite Teile ohne Zusammenhang erzählt, -
kurz vor völlig nerviger Unsehbarkeit,
1,5 von 10