Review

Nach all den positiven Beiträgen muß ich jetzt auch mal was kritisches ablassen. Ja, der Film ist düster und atmosphärisch wirklich gelungen und, beläßt man es bei diesen Elementen, gibt es nichts auzusetzen. Da ich dies aber nicht tue. machen mich die restlichen Komponenten reichlich aggressiv. Die auftretenden Charaktere werden klischeehaft und vourteilbelastet dargestellt. Da gibt es die miesen Pornoproduzenten, die perversen Konsumenten, den reinen, guten, Familienmenschen Cage, die ahnungslose, unschuldige Witwe und, und, und.....
Bei jedem steht von voneherein fest, was er ist. Endweder man ist gut oder man ist schlecht. Vielschichtige Charaktere mit unterschiedlichen positiven wie negativen Seiten gibt es nicht. Meines Erachtens macht das den Film sehr Hollywood-typisch. Den Schwarz.-Weiß-Malerei wurde in der Traumfabrik schon immer groß geschrieben. Wie auch immer, der Film urteilt über Menschen ohne sich mit diesen auseinanderzusetzen, das extreme Thema Snuff wird nicht beleuchtet, sondern lediglich sehr reißerisch benutzt, um zu zeigen was normal, was unnormal, wer gut und wer schlecht ist. Das erinnert mich irgendwie an die Bildzeitung, die geht nach ähnlichen Strickmustern vor. Und die in den anderen Beiträgen gelobten Szenen, der Racheakt Cages und das Ende gehören meiner Meinung nach zu den übelsten. Erstere zelebriert die Selbstjustiz für deren Ausführung sich Cage die Absolution von der Mutter des ermordeten Mädchens holt, indem er sich deren Leid am Telefon reinzieht, ein völlig lächerlicher Versuch des Regisseurs die Tat seines Hauptdarstellers nicht nur zu endschuldigen, sondern auch noch zu glorifizieren.
Das Ende schließlich ist völlig vorhersehbar. Das wohlerzogene Muttersöhnchen, das zum Vorschein kommt und irgendein ach so unmoralisches Zeug von der puren Lust am Töten, dem vollkommen egoistischen Spaßfaktor als Tatmotiv erzählt. Aber derartige Aussagen, die den Grund für das Böse im Dunkeln lassen, werden ja heutzutage häufig benutzt, um auf möglichst billige Art und Weise zu schokieren. Bei einem Slasher ist das vieleicht noch passend, aber es erscheint bei einem solch heiklen Them total unangebracht und zeigt nur die Hilflosigkeit des Regisseurs oder Drehbuchautors, der anscheinend nicht in der Lage war eine interessantere Schlußfolgerung zu ziehen. Nur dann sollte man es lieber lassen.

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