Nunja, da haben wir ihn nun. Den schmutzigen Thriller um das Tabuthema Snuff. Routiniert von Joel Schumacher in Szene gesetzt mit emotionalen Nicolas Cage.
Story:
Der Privatdektektiv Tom Welles soll für eine reiche Dame Nachforschungen anstellen. Sie fand im Nachlass ihres Mannes einen Snufffilm, in dem ein Mädchen getötet wurde. Welles soll nun herausfinden, ob dieses Mädchen noch lebt. Also steigt er in den Pornosumpf ein und stösst überall auf Ärger, wo er Snuff erwähnt. Nachdem er die Identität des Mädchens herausgefunden hat und dessen Mutter kennenlernt, entwickelt er persönliche Gefühle für diesen Fall und will die Mörder umbedingt zur Strecke bringen. Mit Hilfe des Insiders Max California (Joaquin Phoenix) kommt er den Mördern auf die Schliche. Leider stellen sie ihm eine Falle aus der er entkommen kann. Er greift zur Selbstjustiz......
Man wird intelligent und behutsam in dieses Thema eingeführt. Leider stört mich an der Sache das Cage zu sehr von seiner Arbeit fasziniert ist. Seine Familie kümmert ihn kaum. Zu untypisch für einen Vater. Dazu fand ich es ziemlich unpassend, dass er erst noch die Mutter der Toten am Telefon hysterisch gemacht hat bevor er einen der Killer tötete. Trotzdem bleibt der Film spannend und faszinierend, da man mal einen Einblick in die Pornoindustrie bekommt.
Musik:
Mischung aus leisem Instrumentalem, Hip Hop, Nacktbarmucke. Musik wird also immer an das Umfeld angepasst. Am spannensten sind jedoch die Szenen wo die Musik die Hauptrolle spielt. ZB am Ende bei Maschine im Haus, wirklich nervenaufreibend.
Atmosphäre:
Gut, obwohl es teilweise eigentlich noch ein Stück "dreckiger" hätte sein können. Trotzdem hat das Undergroundfeeling der Pornoindustrie eine gewisse eigene Atmosphäre, die dieser Film nur ansatzweise rüberbringt. Vor allem zum Ende hin, als Cage bei dem Film zusehen will verliert der Mythos seinen Zauber. Ein wenig verschenkt. Wieso den Film nicht Nachts irgendwo in den Slums drehen?
Schauspieler:
Nicolas Cage hat man schon besser schauspielern sehen. Leider wirkt er mir gegenüber seiner Familie zu emotionslos, da er den Tod des Mädchens umso persönlicher nimmt. Ansonsten ist er der ruhende Pol im Film, der immer überlegt handelt. Deswegen verstehe ich auch seinen Ausraster am Ende nicht so ganz. Man hätte das Ende vielleicht etwas offener lassen sollen und Cage nicht noch seine Selbstjustiznummer durchziehen lassen sollen.
Joaquin Phoenix spielt dagegen Max California besser. Mir ist zwar nicht ganz klar, wie ein Musiker so tief in die Pornoindustrie abgleiten kann und so viele Kontakte knüpfen kann, jedoch merkt man ihm an das er eigentlich gern da raus würde. Doch leider besitzt er die Mittel nicht. Er endet tragisch.....
Fazit:
Leider zu "mainstreamig" gemachter Thriller, der jedoch spannend ist und ein Tabuthema aufnimmt. Für einen ruhigen Videoabend aber immer gut.