Review

Story (Spoiler!):

Artus Pendragon (Mel Ferrer), der uneheliche Sohn des letzten Königs von England, will neuer König von England werden, doch seine Stiefschwester Morgan le Fay und ihr Gemahl Mordred beanspruchen den Thron für sich selbst. Auch die Fürsprache des weisen Merlin und die Tatsache, dass Artus der einzige ist, der das Schwert Excalibur aus dem Stein herauszeiehen kann, reichen nicht aus, um die verfeindete Schar der englischen Fürsten unter Artus zu vereinen.

So kommt es zum Krieg zwischen den Anhängern Artus und den Anhängern Mordreds. Mit Hilfe seines treuen Freundes Lancelot (Robert Taylor) und einiger weiterer Ritter kann Artus jedoch den Krieg für sich entscheiden und wird neuer König von England. Als Artus jedoch allen abtrünigen Gnade gewährt, wendet sich Lancelot von ihm ab, da er verlangt, dass Mordred bestraft und verbannt wwerden muss. Zornig verlässt er den Hof in Camelot und streift durch die Lande. Als er die Adlige Guinevere aus den Händen eines Ritters befreit und mit ihr nach Camelot zurückkehrt, ahnt er nicht, dass dies die Braut von König Artus ist. Das erfährt er erst, als er vor Artus kniet
und ihn um Verzeihung für seine Sturheit bittet, die ihm der frisch vermählte König auch gewährt.

Lancelot bleibt in Camelot und alles scheint in bester Ordnung. Doch er und Guinevere verlieben sich in einander, was auch Mordred, Morgan le Fay aber auch Merlin nicht verborgen bleibt. Morgan le Fay möchte sich die Liebe der beiden zu Nutze machen, um Lancelot und die Königen loszuwerden, was Artus erheblich schwächen würde. Doch auf Anraten Merlins, der le Fays Plan erkannt hat, nimmt Lancelot die in ihn verliebte Elaine zur Frau, verlässt den Hof in Camelot und reist in den Norden, um gegen die doritgen Aufständischen zu kämpfen. Doch auf betreiben Mordreds wird der Aufstand beendet und Lancelot kehr nach Camelot zurück, nachdem le Fay Merlin ausgeschaltet hat, der dies verhindern wollte. Es kommt wie es kommen muss, und so werden Lancelot und Guinevere eines Abends gemeinsam von den Schergen Mordreds zusammen ertappt.

Der König ist daraufhin gezwungen, Lancelot zu verbannen und seine Frau ins Klsoter zu schicken. Mordred ruft nun erneut zum Krieg gegen Artus und als dieser auf dem Schlachtfeld tödlich verwundet wird, kehrt Lancelot zurück um seinen Freund und König zu rächen...

Kritik:

Richard Thorpe und Robert Taylor hatten bereits ein Jahr vor "Die Ritter der Tafelrunde" zusammen an "Ivanhoe" gewirkt und ihr Talent im Abenteuer-Ritter-Genre bewiesen. Beste Voraussetzungen also um erneut einen Klassiker in diesem Genre zu schaffen. Und so wollte man auch hier dieselben Zutaten, die "Ivanhoe" zum Erflog werden ließen, zusammenführen: Eine farbenprächtige monumentale Inszenierung, gute Schauspieler und eine dramatische Liebesgeschichte.

Die monumentale Inszenierung ist ohne Zweifel gelungen. Die gut gewählten Orte für Außenaufnahmen und auch die großartigen Kulissen sind dafür vor allem verantwortlich. Aber auch der überzeugende Score, die Ritterschlachten und diverse Kleinigkeiten tun ihr Übriges. Das damals revolutionäre Cinemascope-Verfahren - das hier zum ersten mal bei einem MGM-Film verwendet wurde - lässt dabei die gesamte INszenierung gleich doppelt so opulent wirken.
Was merkwürdig anmutet ist natürlich das hochmittelalterliche Flair, das in keiner Form zu der Geschichte passt, die laut Film nicht lange nach dem Abzug der römischen Truppen spielt. Das ist allerdings etwas, woraus man dem Film keinen Vorwurf machen sollte, denn genaus dieses Flair ist es ja, was man haben wollte.
Den aus heutiger Sicht doch recht plumpen und unrealistschen Duellkämpfen sollte man auch nicht zuviel Gewicht beimessen, auch wenn natürlich merkwürdig anmutet, wenn ein Schwerthieb auf den Arm Gegner umwirft, aber keinerlei Verletung hervorruft...

Robert Taylor, Ava Gardner und Mel Ferrer beweisen in den Hauptrollen einmal mehr, warum sie zu Hollywood-Bekanntheten wurden. Vor allem Robert Taylor ist die absolute Idealbesetzung des edelmütigen Ritters, wie er ja zu genüge unter Beweis gestellt hat. In den Nebenrollen bleibt vor allem Maureen Swanson als Morgan le Fay auffällig. Wirklich meisterhaft lässt sie immer wieder die Durchtriebenheit le Fays hinter der aalglatten und hübschen Fassade der Königsschwester aufblitzen. Stanley Baker als Mordred ist dagegen wesentlich durchschnittlicher in seinem Spiel. Weder das Drehbuch noch sein Schausspiel heben ihn irgendwie aus der Rolle des eindimensionalen Bösewichts hervor.

All das klingt bisher nach einem echten Klassiker. Doch leider wird das Gesamtbild von den massiven Schwächen des Drehbuchs und der Geschichte getrübt. Das liegt zum einen daran, dass manche Elemente, wie beispielsweise, der erste Krieg um den Thron, oder auch die daraus entstehende Freundschaft von Artus und Lancelot viel zu kurz kommen. Viel zu sprunghaft wird einem grade, der erste Teil der Geschichte präsentiert. Da Artus, hier Lancelot, dort Krieg - schwudiwubs sind beide Freunde und Artus König und ratzfatz ist Lancelot schon wieder beledigt und zieht ab, nur um kurze Zeit später wieder bei der Hochzeit aufzauchen. Die Erzählweise lässt überhaupt keinen Raum für die Beziehung und die Motivationen der Charaktere und so wundert es auch nicht, dass die Liebe zwischen Lancelot und Guinevere aus dem nichts wortwörtlich zwischen Tür und Angel entsteht. Natürlich kann man sagen, dass 110 Minuten einfach nicht genug sind, um die Artussage in all ihrer Breite vernünftig zu erzählen, aber dann hätte sich Thorpe am besten einfach auf einige wenige Aspekte der Geschichte beschränken sollen. So weiß der Zuschauer jedenfalls nicht, welche Geschichte der Film nun erzählen will: Geht es um die Liebe von Lancelot und Gunievere? Oder die Freundschaft von Artus mit Lancelot? Und was machen solche Redundanzen wie der gesamte Gralskomplex, der flugs in zwei, drei Szenen abgehandelt wird, in dem Film?

Fazit:
Vor allem die großartige Inszenierung des Films haben ihn zu einem Klassiker in seinem Genre werden lassen. Die seiner Entstehungszeit geschuldeten Schwächen ist man ja bereit zu übersehen, aber die erheblichen Mängel am Drehbuch und der gesamten Geschichte sind leider nicht so leicht zu verzeihen. An "Ivanhoe" oder "Prinz Eisenherz" kommt "Die Ritter der Tafelrunde" somit nicht heran. Freunde des klassischen Ritter- und Abenteuerfilms werden aber trotzdem auf ihre Kosten kommen.

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