Meine Meinung zu diesem Film ist zwiespältig, denn der Film ist es auch. Und das durchaus im Wortsinn - der Film ist tatsächlich in zwei Teil gespalten.
Der erste Teil (ca. 30 min) beschäftigt sich damit, Michael Moore zu veralbern. Und machen wir uns nichts vor: Er hat's verdient. Seine "Dokumentationen" sind dermaßen unseriös, daß er es sich inzwischen sogar mit vielen Menschen verscherzt hat, die ihm im Prinzip zustimmen.
Zudem tut der Regisseur David Zucker (Kentucky Fried Movie, Nackte Kanone) anfangs, was er am besten kann: Kalauer reißen. Ein typischer Witz für diesen Film: Im Kampagnen-Hauptquartier kommen zwei finstere vierschrötige Gestalten mit entschlossenen Gesichtern auf Michael zu und verkünden: "Wir werden uns nicht mehr rasieren, bis der Krieg beendet ist". Michael zustimmend: "Gut Idee, Jungs". Die Gesichter der Aktivisten verfinstern sich um einiges und Michaels Sekretärin flüstert ihm zu: "Es sind Frauen". :-))
Anfangs gelingt es dem Regisseur also bei aller politischen Stoßrichtung fast durchgehen, den Zuschauer zum Lachen oder zumindest zum Grinsen zu bringen.
Leider ändert sich das mit dem "zweiten Teil" des Films. Der Film wird zum Geschichtsunterricht mit General Patton. Und das ist keine Metapher, das ist wirklich so. Der Geist von Patton entführt Michael Moore ("Malone", wie er im Film genannt wird) in eine Zeitreise und "beweist", daß alle Kriege Amerikas gut und richtig waren, sind und sein werden.
Mal ganz abgesehen von der politischen Fragwürdigkeit sind sowohl Film als auch Regisseur mit diesem Thema einfach überfordert. Das Machwerk verkommt zu einer ununterbrochenen Aneinanderreihung von Platitüden, Parolen und dummdreister polemischer Hetze. Im Prinzip wie ein Film von Michael Moore, nur aus entgegengesetzter Richtung. Und das Schlimmste: Es gibt keine Witze mehr. Dabei ist genau das das einzige, was David Zucker kann.
Und der Gipfel der Peinlichkeit: Michael "Moore" Malone wird am Ende überzeugt und reumütig zum amerikanischen Patrioten. Womit der "Beweis" erbracht ist, daß David Zucker recht hat!?
Wie soll man den Film nun bewerten? Am besten getrennt. Die erste halbe Stunde hat 6 von 10 Punkten verdient. Der Rest des Films ist komplett mißlungen. Also am Besten nach 30 min abschalten, dann bekommt zwar einen kurzen aber zumindest guten Film zu sehen.
Übrigens: Das einzige, was an diesem Film wirklich aufsehenerregend und beeindruckend ist: Es gibt ihn! Würde Thilo Sarrazin einen ähnlichen Film über die Multikulturelle Gesellschaft drehen - der Film würde bereits vor seiner Ausstrahlung bundesweit beschlagnahmt und Sarrazin hätte Glück, wenn er überhaupt lebend im Gefängnis ankommt und nicht vorher von den "demokratischen Kräften" gelyncht wird.
Zumindest das kann Deutschland von USA lernen: Nicht nur die eine Seite der Medaille zuzulassen, auch wenn die Meinung lästig und der Film weitesgehend mißlungen ist. Soweit sind wir hier noch lange nicht, auch nicht im "freiheitlichsten Staat, den es je auf deutschem Boden gegeben hat".