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2048; es kam, wie es kommen musste: Der Meeresspiegel hat sich binnen kürzester Zeit durch zwei große Fluten weltweit angehoben, sodass viele Metropolen wie Rom oder Rio nun größtenteils von Wasserfläche bedeckt sind. Genau dort suchen Taucher in den Trümmern nach wertvollen und wichtigen versunkenen Schätzen, so auch eine Familie, die nun die Chance bekommt, ein Relikt zu bergen, mit dessen Hilfe der Meeresspiegel wieder gesenkt werden kann. Überflüssig zu erwähnen, dass der Vater und seine beiden Söhne nicht die einzigen sind, die nach dem Schatz suchen.

Die Exposition: Viele Küstenstädte und niedrig gelegene Regionen werden überflutet, der Klimawandel zeigt also doch die hässliche Fratze, die seit geraumer Zeit von Wissenschaft und Medien skizziert wird. Hundsmiserabel animierte Wellen zerstören das ebenso unecht wirkende Rio und auch dem nicht minder dilettantisch nachgestellten Rom ergeht es nicht besser. Der Auftakt zu einem Film, dem man bereits früh ansieht, dass er ganz gern auf der Erfolgswelle eines "The Day After Tomorrow" und weiteren Genrefilmen mitschwimmen würde, doch das tendenziöse Machwerk überzeugt im Grunde zu keinem Zeitpunkt.

So sind die Bilder, auch wenn sich TV-Regisseur Jean de Segonzac stellenweise bemüht, visuell ein bisschen was zu leisten, wenig beeindruckend. Im Endeffekt hat jedoch keine der Aufnahmen der überfluteten Erde auch nur im Ansatz eine schockierende Wirkung und auch im weiteren Verlauf des Films scheinen sämtliche Spezial-Effekte einem schlechten Computerspiel entlaufen. Und auch ansonsten leistet Segonzac eher schwache Arbeit, zeigt überhaupt kein Händchen für Spannung und Atmosphäre, obwohl zumindest bei den Tauchszenen durchaus klaustrophobische Situationen hätten entstehen können und die Story eigentlich auch als Thriller angelegt ist.

Der Plot ist derweil derart bei den Haaren herbeigezogen, dass man wirklich nur den Kopf schütteln kann. Was anfangs noch halbwegs solide startet und zumindest bis zum Ende des ersten Drittels noch einigermaßen akzeptable Unterhaltung liefert, kippt aufgrund der Defizite in der Story immer weiter ab. Dialoge auf Soap-Niveau, vollkommen belanglose Konflikte zwischen den einzelnen Figuren, die in ihrer Konstellation ebenfalls einer solchen entlaufen zu sein scheinen und zu allem Überfluss auch noch ein vollkommen kalkulierbarer und stereotyper Verlauf sorgen schnell für Langeweile, bevor es im letzten Drittel schließlich knüppeldick kommt. Sowohl auf naturwissenschaftlicher, als auch auf historisch/theologischer Basis werden schließlich Wendungen und Ideen eingestreut, die kaum anders als mit dem Begriff "Desaster" zu umschreiben sind und derart haarsträubend daherkommen, dass "Lost City Raiders" am Ende allerhöchstens noch als gepflegte Langeweile oder ordentlicher Quasi-Trash durchgeht.

Die Darsteller machen dabei auch nicht gerade gute Mine zum bösen Spiel und bleiben ebenso blass wie Story und Regie. Urgestein James Brolin wirkt sichtlich unterfordert, mitunter gelangweilt, ist aber aufgrund seiner gelegentlichen Präsenz immer noch der auffälligste Darsteller im Ensemble. Ian Somerhalder bleibt solide und unauffällig, was im selben Maß für seinen Kollegen Jamie Thomas King in der Rolle seines Bruders gilt, während Bettina Zimmermann erschreckend blass agiert und Ben Cross als Bösewicht ebenfalls absolut zweitklassig bleibt.

Fazit:
"Lost City Raiders" scheitert an fast allen Ecken und Kanten. Angefangen beim schwachen Cast, über das Unvermögen seines Regisseurs, bis hin zu der haarsträubenden Story und den miesen Effekten bietet der zweitklassige Katastrophenthriller kaum etwas auf, was das Ansehen wert wäre.

27%

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