Tricia, die einzige Überlebende aus dem ersten Teil, sitzt unter Mordverdacht in der Klapse ein, da kommt eines schönen Tages ein notorisch unterbelichteter Regisseur daher, der das Camp Blood-Massaker verfilmen will. Die gute Frau wird als Beraterin ans Set geholt (lustig, dass eine psychisch gestörte mutmassliche Mörderin einfach so Freigang erhält und in die Obhut eines offensichtlich verantwortungslosen Vollidioten entlassen wird) und natürlich geht da das Morden weiter…
Hm, mich würde nicht wundern, wenn dieser Film back-to-back zum ersten Teil gedreht worden wäre: Die Leute hinter der Kamera und die Drehorte sind grösstenteils die gleichen, ausserdem gleichen sich die Filme ästhetisch (sofern man hier überhaupt von Ästhetik sprechen kann) ungemein. Wir haben also wieder fürchterlich inszenierte Amateurgrütze vor uns (bloss sind diesmal Bild- und Tonqualität noch schlechter; allein dass auf der Tonspur ständig das „Pfeifen“ der Kamera zu hören ist – zumindest im O-Ton, die dt. „Synchro“ gemahnt dafür mal wieder an einen Pornofilm –, nervt gewaltig), die trotz ihrer einigermassen knappen Laufzeit von 74 Minuten ganz schön langweilt, jede Menge Zeit schindet mit Stock Footage aus dem ersten Teil mittels Flashbacks der Hauptdarstellerin (wobei wir mitunter die gleiche Szenen mehrmals betrachten dürfen. Sehr aufregend. Gähn) und zudem mit einigen miserablen Video-Effekten aufwartet.
Das Drehbuch ist noch ein Stückchen vermurkster (obwohl: Der Schlusstwist und die Identität des Täters sind nicht ganz so hirnverbrannt wie in Teil eins); war der Vorläufer storymässig ein relativ ernsthafter 08/15-Slasher, der einfach sämtliche genreeigenen Klischees verbraten zu wollen schien, so versucht sich die Fortsetzung in den Gefilden der Intertextualität mit dem ach so originellen „Wir drehen einen Film im Film über die Geschehnisse des ersten Teils“-Aufhängers. So gelungen wie bei (Gott bewahre!) SCREAM und Co. ist das natürlich selbst in den wildesten Träumen der verantwortlichen Filmemacher nicht, dafür muss der Zuschauer sich mit einer Vielzahl an lahmen Gags herumärgern, wobei weder die Schauspieler noch der Regisseur komödiantisches Talent oder ein Gefühl für Timing aufzuweisen vermögen (aber okay, ganze zwei Male musste ich tatsächlich lachen – ich bin einfach zu erheitern). Apropos Schauspieler: Mal abgesehen davon, dass keiner von denen lustig ist, liefern sie wenigstens für Amateurverhältnisse vergleichsweise zufrieden stellende Leistungen ab (natürlich ist es immer noch ab und an ziemlich schmerzhaft anzusehen). Wiederum aber hätte ich verzichten können auf Jennifer Ritchkoff in der Hauptrolle, die ist immer noch die gleiche nervtötende Heulsuse.
An Splattereffekten gibt es ein bisschen mehr und expliziteres zu bestaunen, allerdings in der gewohnt fragwürdigen qualitativen Umsetzung (alleine deswegen muss man sich den Film jedenfalls nicht anschaffen). Auch sonst sind die Production Values nicht der Rede Wert (lustig aber, wie ein und dasselbe Treppenhaus sowohl in der Nervenklinik als auch im Firmengebäude des Regisseurs zum Einsatz kommt). Wer nach angenehm anzuschauender Nudity sucht, ist hier übrigens falsch; bei der einzigen Schauspielerin, die blank zieht (dafür aber auch vollständig), handelt es sich ausgerechnet um die hässlichste im Cast (und die ist wirklich zum Würgen, Nippelpiercing inklusive). Info am Rande: Die Szenen aus dem Trailer finden sich (sofern es sich nicht um Ausschnitte aus Teil eins handelt) nirgends im Film.
Fazit: CAMP BLOOD 2 ist sogar noch mieser als sein Vorgänger und macht grad gar keinen Spass mehr. Blöde, pseudowitzige Story, viel Langeweile, untalentierte Pappnasen von Schauspielern, die Inszenierung unter aller Sau, etc. Eine Verschwendung von Lebenszeit. (Aber natürlich gibt es wieder genügend fehlgeleitete Möchtegern-Trashologen, die den Schwachsinn ungerechtfertigt mit Begriffen wie „Partyfilm“ oder „unterhaltsam“ in Verbindung bringen. Seufz.)