Für den letzten Teil der „Operation Delta Force“-Reihe durfte wieder Nu Image Hausregisseur Yossi Wein ran, der bei Teil zwei an sich saubere Arbeit geleistet hatte.
„Operation Delta Force V“ vergrätzt allerdings schon zu Beginn durch immensen Stock Footage Einsatz. Der neue US-Botschafter in Kenia wird von einem Selbstmordattentäter, der durch Gehirnwäsche gezüchtet wurde, in die Luft gejagt, parallel ist die Delta Force unter Brad Kennedy (Trae Thomas) in ein riesiges Feuergefecht mit den Schergen des Hintermannes verwickelt. Da sieht man reichlich Material aus früheren Nu Image Streifen, die Brückenexplosion kennt man z.B. aus „Dangerous Zone“ und „Sweepers“.
Doch schließlich können die Delta-Jungs aus der Falle entkommen, müssen jedoch Bob Johnson (Todd Jensen) und zwei verwundete Kameraden zurücklassen. Die fallen in die Hände des Fieslings, der auch sie zu Selbstmordattentätern machen will...
Manchmal fragt man sich, ob Yossi Wein als Regisseur wirklich so eine Flachzange ist oder bei Nu Image einfach grundsätzlich die zum Scheitern verurteilten Projekte anvertraut bekommt. „Operation Delta Force V“ ist jedenfalls von vorne bis hinten unterste Sohle, eine Geschichte oder ein Ansatz von Spannungsbogen sind nicht zu erkennen. Nach der nicht enden wollenden Auftaktballerei gibt’s kurz Schelte, dann erfährt man vom Schicksal der Zurückgelassenen und will die raushauen. Mehr passiert wirklich nicht, Motive oder Hintergründe für das Handeln des Bösewichts gibt es nicht wirklich und die Klischeesoldaten bei der Delta Force erwecken ebenfalls null Interesse beim Zuschauer.
Um den Langweilerfaktor noch zu steigern besteht „Operation Delta Force V“ zu riesigen Teilen aus Stock Footage, das Yossi Wein aber gar nicht so ungeschickt aneinander klebt. Kennt man die Filme nicht, merkt man kaum, dass das Material nicht selbst gedreht ist. Zudem bedient man sich hier nur bei Nu Image Produktionen, massiv bei den früheren Filmen der „Operation Delta Force“-Reihe, aber auch „Warhead“ und ähnliche Werke werden beliehen – teilweise wird das gleiche Stock Footage sogar mehrmals eingesetzt, um den Film zu strecken (vor allem in der Auftaktballerei, in der man zig mal die gleiche Szene mit dem Abfeuern eines Mörsers sieht).
Inmitten des ganzen Recyclings hat „Operation Delta Force V“ dann extrem wenig eigens gedrehte Action zu bieten, oft einfach nur Bilder von den schießenden oder getroffenen Hauptfiguren, die dann mit entsprechendem Stock Footage zusammengebastelt werden. Das Gebotene ist dann auch recht unspektakulär, jede bessere Szene ist geliehen, sodass „Operation Delta Force V“ trotz viel Geballer verärgert.
Darstellerisch ist das Endergebnis auch Murks, ein leicht bekanntes Gesicht in Form von Todd Jensen ist dabei und der gute Mann ist kaum gefordert. Hauptdarsteller Trae Thonas hingegen ist ein unbeweglicher Klotz, neben dem selbst Chuck Norris wie ein großer Schauspieler aussieht.
Somit ist „Operation Delta Force V“ als Einschlafhilfe und interaktives Stock Footage Rätsel ganz OK, als Film an sich ein Riesenlangweiler, trotz vieler Ballerszenen, die leider fast komplett aus anderen Filmen entnommen wurden.