Der Geschäftsmann Bill Masterson will sich bei einem Angelausflug erholen und lässt sich von dem Naturburschen Matt Murphy in einen einsamen Sumpf in Virginia bringen. Doch aus der Erholung wird nichts, denn seltsame Dinge passieren in dem unheimlichen Gebiet. Ein zurückgezogen lebender und durchgeknallter Überlebenskünstler will unbedingt unentdeckt bleiben und ist fest entschlossen, die Eindringlinge zu röten. Als die Ehefrauen der beiden Männer merken, dass etwas nicht stimmt, machen sie sich auf, ihre Männer zu suchen...
Der Überlebenskampf zweier Männer in einem abgelegenen Sumpfgebiet, das ist zwar nicht besonders neu und innovativ, doch birgt die geschichte doch einiges an Potential, um einen guten und spannenden Film zu produzieren. Allein die Sumpf-Location ist geradezu ideal, um für eine ziemlich dichte und unheimliche Grundstimmung zu sorgen. Diese hat der Film auch, das kann man ihm nicht absprechen. Auch der Spannungsaufbau ist gar nicht mal so schlecht, gespannt sitzt man vor dem Bildschirm und rechnet eigentlich jede Sekund damit, das etwas passiert.
Und genau da liegt das eigentliche Problem des Filmes, es passiert einfach nicht wirklich etwas, über recht gute Ansätze kommt man hier einfach nicht hinaus. Sicher, man hat es relativ geschickt verstanden, den Zuschauer mit dem ständigen Gefühl zu konfrontieren, das jeden Moment etwas Unvorhersehbares passiert, was auch dafür sorgt, das man zu keiner Zeit die Aufmerksamkeit verliert, jedoch folgt am Ende doch die große Ernüchterung, die einen mit sehr zwiespältigen Gefühlen zurücklässt. Denn auf der einen Seite übt "Dismal" schon einen gewissen Reiz auf den Betrachter aus, was sicherlich an der tollen Location liegt, doch auf der anderen Seite kann der Film die aufkommenden Erwartungen leider nur bedingt erfüllen.
Dies ist auch im dargebotenen Schauspiel der Protagonisten begründet, die sich phasenweise vollkommen unlogisch und unrealistisch verhalten, so das es hier auch an der Glaubwürdigkeit der Charaktere fehlt. Da sich die Geschichte auch in der Hauptsache zwischen lediglich drei Personen abspielt, hätte man jetzt ein perfides psychisches Katz-und Mausspiel erwartet, das aber auch nur in zugegebenermaßen guten Ansätzen vorhanden ist. Vielmehr werden einem etwas banal wirkende Dialoge geboten, die nicht unbedingt dafür sorgen, so etwas wie ein Gefühl der Bedrohlichkeit aufkommen zu lassen.
Und dann wäre da noch der Härtegrad des Films, der eigentlich in keiner Phase vorhanden ist. Bei einer 18er Freigabe erwartet man wenigstens einige etwas härtere oder furchteinflössende Passagen, doch die sucht man leider vollkommen vergebens. In meinen Augen hätte hier eine 16er Freigabe vollkommen ausgereicht.
So kann man als Fazit festhalten, das "Dismal" ein Film ist, der trotz aller offensichtlichen Mängel trotzdem eine gewisse Faszination auf den Zuschauer ausstrahlt, bei dem aber zuviel Potential unausgeschöpft liegengeblieben ist. Gorehounds haben hier nichts zu erwarten, wer aber einen atmosphärisch dichten Film sehen möchte, der allerdings keine größeren Highlights beinhaltet, der sollte sich diesen Film ruhig einmal anschauen. Allerdings sollte man vorher wissen, das dieses Werk leider nicht über das Mittelmaß hinauskommt und so in der großen Masse hängenbleibt.
5/10