Review

Nicht der allseits geliebte Dr. Uwe Boll sitzt zur allgemeinen Überraschung auf dem Regiestuhl dieser Fortsetzung. Nein, diesmal produziert der gute Doc nur und der Nobody Michael Roesch übernimmt zusammen mit Nobody Nr. 2 Peter Scheerer die Regie. Keine Leichte Aufgabe angesichts des bollschen Einflusses, der auch hier über dem an die populäre Computerspielreihe angelehnten Geschehen liegt.
Hier nun die gute Nachricht: "Alone in the Dark 2" ist näher an der Spielvorlage, als es Boll mit dem ersten Teil je war. Begründet liegt dies in dem zentralen Setting des nächtlichen New Yorker Central Park, der auch im neuesten Computerspiel Handlungsschauplatz ist. Auch das für den Bollfilm so charakteristische Übermaß an miesen CGI-Effekten und sinnlosem Rumgeballer ist hier deutlich reduziert, womit der Film ein ganzes Stück konventioneller (im positiven Sinne) wirkt.
Der massierte Blau- und Organgefiltereinsatz macht darüber hinaus ebenfalls mehr her als die triste Farbgebung des Doktors.
Nun zu den schlechten Nachrichten: Wirklich gelungen ist auch dieser Streifen nicht. Im Grunde lässt sich dies schon am Cast ablesen, der so ziemlich alle Namen zu bieten hat, die immer dann im Film auftauchen, wenn sich der Rest der Hollywoodprominenz verweigert. Als da wären: Lance Henriksen,
Bill Moseley, Ralf Moeller, Danny Trejo und Michael Paré. Das stinkt förmlich nach rentenaufbesserndem B- oder C-Film. Und genauso ist es dann auch: Jeder der Darsteller ist letztlich austauschbar, entsprechend unbedeutend und durchschnittlich die Charakterzeichung wie auch das Acting der Mimen.
Storymäßig gehts diesmal um eine Hexe im "Darkness Falls"-Format, die hinter einem geheimnisvollen Dolch her ist. Die Besitzer desselben müssen dies natürlich verhindern. Ziemlich einfallslos das Ganze, aber immerhin recht atmosphärisch in Bild und Ton umgesetzt. Spannnung ist bestenfalls mäßig vorhanden, woran die Macher allerdings auch selbst Schuld sind. Wieso muss auch immer dann rumgeballert werden, wenn man doch ohne Waffen wesentlich mehr Horror erzeugen könnte, beispielsweise durch fiese Schock- und Schleichszenen? Wahrscheinlich hat hier doch der Doc wieder reingeredet und den Einsatz möglichst überdimensionierter Wummen in der besten Szene des Films (Angriff der Hexe aufs Haus) angeordnet. Ebenso könnte man sich ruhig mal trauen, die Handlung auf einen einzelnen Hauptdarsteller (wie im Spiel) zu konzentrieren, anstatt gleich wieder ein halbes Dutzend Schiesswütige loszuschicken. Schade und traurig zugleich!

Fazit: Technisch ist der durchweg düstere Film für seine Verhältnisse passabel gelungen und bisweilen auch atmosphärisch. Gorebauern schauen allerdings total in die Röhre, denn hier gibts absolut nichts Spektakuläres zu sehen. Warum der Film eine KJ-Einstufung bekommen hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Eine FSK12 hätte es auch getan - aber der rote Aufkleber lockt ja schließlich stets Kundschaft.
Der bereits aufgelistete Cast schreckt leider auch mehr ab, als er nützt. Einige unbekannte Gesichter hätten dem Streifen defintiv besser zu Gesicht gestanden.
Für Horror-Allesgucker durchaus aktzeptable, leicht verdauliche Kost für zwischendurch. Auf eine gute Verfilmung der Kultspielreihe darf jedenfalls weiter gewartet werden. Das es geht, hat unter anderem "Silent Hill" eindrucksvoll bewiesen...

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