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So viele bekannte Gesichter in solch einem miesen Film hat man lange nicht gesehen, noch dazu handelt es sich um das Sequel eines ohnehin unterirdischen Streifens aus dem Boll-Werk. Ob das noch viel mit dem gleichnamigen Computerspiel gemein hat, sei dahin gestellt, - an Ereignisarmut ist es auf jeden Fall schwer zu unterbieten.

Handlungstechnisch bleibt vom Original nur Hauptfigur Edward Carnby übrig, der von Rick Yune anstatt Christian Slater verkörpert wird.
Carnby gerät über Umwege in Kontakt mit einem magischen Dolch einer jahrhunderte alten Hexe, wird von Familienmitgliedern der Dexters aufgenommen und gepflegt, bis die Hexe dort auftaucht…

Der völlig konfuse Einstieg knüpft in gewisser Hinsicht an seinen Vorgänger an. Als unbedarfter Betrachter ohne Vorkenntnisse wird man direkt ins Geschehen geworfen, bekommt in einer Gewitternacht flüchtende Leute präsentiert, von denen nicht im geringsten klar wird, wer die sind, vor wem die flüchten und von welchen Signalen die da reden.
Eine öffentliche Toilette im Central Park und Zack Snyder als Drogenkonsument, mehr geht aus der Einstiegssequenz zunächst nicht hervor.
Später wendet der sich an Carnby und erst da kristallisiert sich allmählich heraus, worum es in diesem Film überhaupt gehen wird.

Es bleibt allerdings überaus geschwätzig. Jeder hat irgendwas zu der Hexe zu sagen, ob es nun Lance Henriksen als Okkultismus-Spezialist ist, Ralf Möller, der Zigarre rauchend von irgendwelchen Wellen faselt oder Bill Moseley, der mit merkwürdigem Bärtchen eine völlig unglaubwürdige Vaterfigur abgibt. Da sich das Geschehen überwiegend im Haus der Dexters abspielt und der geschwächte Carnby (ihm wurde der magische Dolch in den Bauch gerammt, seither sieht er die Hexe in schlecht inszenierten Visionen) lange Zeit im Vordergrund steht, kann von Bewegung kaum die Rede sein.

Als die Hexe schließlich mit billigem CGI-Nebel und etwas Geblubber auftaucht, fallen ihr zwar einige Figuren zum Opfer, - zu sehen ist davon aber eher nichts, man muss nur darauf achten, welche Typen anschließend noch da sind und welche folglich unter den Leichentüchern liegen.
Zum Showdown versucht man es mit einem Minimum an Spannung, als nach dem Labor der Hexe gesucht wird und tatsächlich mal ein Mechanismus mit roten Knöpfen und Ketten ins Spiel kommt, die Hexe in einen Körper fährt und der magische Dolch letztlich zum verdienten Einsatz kommt.

Jeder Anflug interessanter Momente fällt allerdings der schauderhaften Inszenierung zum Opfer. Allein, wie wenig effektiv die Hexe final am Boden krauchend erscheint, hat man den Eindruck, so etwas in einer Geisterbahn auf dem Dorfe stilvoller präsentiert zu bekommen.
Gleiches gilt für die unsichere Kamera, die kaum ausgestatteten Sets und den etwas willkürlich klingenden Score, der zwar zeitweise antreibt, aber wie der Restposten eines Blockbusters anmutet.

Was nützen einem da noch die hübschen Gesichter von Rachel Specter als Verbündete des Helden und Danny Trejo als Mechaniker?
Nix. Denn diese Fortsetzung ist fast so grottig wie das Original, vielleicht nicht so beliebig, aber genauso arm an Spannung, Bluteffekten und Action.
Und wer hatte wieder seine Finger im Spiel? - Klar, der Boll persönlich. Nach einigen Katastrophen sollte man irgendwann die Hoffnung aufgeben, von dem noch etwas Brauchbares zu erwarten…
2,5 von 10

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