Review

Eine Druidensekte braucht ganz spezielles Menschenblut für eine Zerenomie, um das Leben ihrer Göttin zu erhalten und so begeben sich die Anhänger auf die blutige Suche in einer Kleinstadt, um das richtige Opfer zu finden. Doch ein Pathologe und sein Schwiegersohn in spe bekommen Wind von der Sache.

Hihi, ich hab ja schon viel gesehen, aber es gibt doch immer wieder Filme, bei denen ich erstaunt bin über deren Naivität. Zu Recht ist dieser Streifen in der Trash Collection von CMV (nach dem schon sehr unterhaltsamen "Mit Motorsägen spaßt man nicht" erobert diese Reihe langsam mein Herz) erschienen, denn wenn dies kein Trash ist, dann weiß ich es auch nicht.
Die Story geizt nicht mit spaßigen Ideen, wobei ich vermute, dass den Machern das Ganze damals ernst war. So nimmt beispielsweise ein Pathologe von einem Opfer der Sekte eine Blutprobe und diese Probe entwickelt ein Eigenleben, denn sie vermehrt sich zunehmend und der Mediziner sucht (warum auch immer) nach einem Gegenmittel. Für den Typen, der das Blut des Opfers in der Kneipe wegwischen muss, ist diese Blutreproduktion übrigens auch nicht von Vorteil.
Neben der (ich sag mal ungewöhnlichen) Story regen aber auch die Inszenierung und die konstant schlechten DarstellerInnenleistungen zum Amüsement an. Die Bösewichter wie die Farmer (einer heißt Egon!) oder deren Oberguru Kretan neigen zum Overacting , der Sheriff hat konstant ne Sonnenbrille auf und wenn man beim Talent des Darstellers des alten Pathologen nicht schon allein Schmunzeln muss, dann sorgt spätestens die deutsche Synchronisation dafür, denn der Mann hat bei uns die Stimme von Professor Hubert "Eine gute Nachricht, Freunde" Farnsworth aus "Futurama" bekommen.
Die Kameraführung ist unter aller Kanone und schlechteres habe ich bisher nur bei Jess Franco gesehen. Selbst bei Szenen, in denen die Kamera stillsteht, hat man geschludert, denn hier neigt die Einstellung zur Neigung. Auch der stellenweise miese Schnitt sorgt ungewollt (?) für Laune, wobei beispielsweise bei der anfänglichen Kneipenszene die Zwischenschnittte auf den Wirt wie Fremdkörper wirken oder wenn der Professor in einer Szene den Hörer vom klingelnden Telefon abhebt und augenrollend abwartet, bis zu einer anderen Einstellung geschnitten wird, in der er dann sprechen darf. Klasse auch die Szene, in der ein Mann mit dem Sheriff wegen eines Notfalls zügig den Raum verlässt, man aber anhand der Schatten an der Wand erkennt, dass die beiden jenseits der Kamera stehenbleiben. Gerne wechseln die Personen auch mal ohne Erklärung ihre Kleidung innerhalb einer Szene.
Die kostengünstigen Effekte werden dem reißerischen Titel nicht gerecht. So sind alle Tricks deutlich als solche zu erkennen und alles andere als gruselig. Einer der Farmer schlägt gerne mal seine Opfer mit einem Stock blutig, wobei es besonders lachhaft wird, als er eine Sonnenanbeterin niederstreckt, denn der Stock wird langsam auf ihren bereits rot bemalten Kopf gelegt und zurückgezogen (Schnitt vergessen?). Witzig ist auch die Umsetzung des getöteten Hundes, der seiner Besitzerin vor die Tür gehängt wird. Mich erinnert dieses undefinierbare Etwas ohne Pfoten, Kopf oder Schwanz jedenfalls eher an einen Staubwedel (die neumodischen buschigen Dinger, die sich statisch aufladen) als einen Vierbeiner. Toll ist ebenso die Blutzapfanlage, mit denen die Farmer ihre Opfer entleeren, wobei neben der schlechten Umsetzung auch der überzogene Sound zu gefallen weiß.
Highlight des Films ist für mich der Showdown, den man einfach gesehen haben muss. Da musste ich glatt nochmal zurückspulen, um überhaupt realisieren zu können, was da geschieht. Unfassbar und eine gespielte Zeitlupe ala Jess Franco (wenn ich mich nicht versehen habe, denn dafür ist die Szene viel zu kurz) gibts auch. Und ganz am Ende wird man mit einem übertriebenen Abschlusslacher belohnt, bei dem sich "Die drei ???" eine Scheibe abschneiden könnten.

Hier eine Punktevergabe zu fällen ist sehr schwer, denn objektiv ist der Film ohne Zweifel nicht mal nen Pfifferling wert, aber ich mag diese trashige Unterhaltung gerne und jeder Trashliebhaber wird ebenso seine Freude an diesem Filmchen haben.

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