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"Twilight – Bis(s) zum Morgengrauen" (Originaltitel: "Twilight") ist ein Film der Regisseurin Catherine Hardwicke. Er basiert auf dem Roman "Bis(s) zum Morgengrauen" der Jugendbuchautorin Stephenie Meyer, dem ersten Band der "Bis(s)"-Tetralogie (OT: "The Twilight Series") um den Vampir Edward und die Highschool-Schülerin Bella Swan.

In dieser Kritik wird lediglich die Verfilmung bewertet und keinerlei Bezüge und Vergleiche zum Roman gezogen.

Im Laufe der Filmgeschichte wurde der klassische Vampir in unzähligen Filmen neu adaptiert und in die Gegenwart verlegt. Zu den bekanntesten Vertretern moderner Vampir-Filme zählen die "Blade"-Trilogie, "John Carpenters Vampire" oder auch "Near Dark - Die Nacht hat ihren Preis". Während Werke wie "Blade" oder "30 Days Of Night" auf Comic-Vorlagen basieren, liegen "Twilight" wie auch der klassische "Dracula" einer Romanreihe zugrunde.

Die "Twilight"-Buchreihe findet ihre begeisterten Leser vor allem in der Zielgruppe der 14 - 18jährigen und auch die Verfilmung spricht überwiegend diese Altersklasse an.

Bevor man sich den Film anschaut, sollte man sich bewusst sein, keinen herkömmlichen Vampirfilm zu sehen. Wer glaubt, das Blut würde in Strömen fließen und die Vampire auf Teufel komm raus gepfählt, sollte lieber auf eines der oben genannte Werke zurückgreifen.

Catherine Hardwickes Verfilmung beginnt mit Bellas erzählerischer Einführung aus dem Off, während ein Reh fluchtartig vor irgendetwas davon läuft und einer dunklen Gestalt zum Opfer fällt.

Was nun folgt ist eine lange Einführung der Hauptpersonen, eingebettet in eine Handlung, die aus Filmen wie "Eine wie keine" oder "10 Dinge, die ich an Dir hasse" erinnert. Mit dem Unterschied, dass Bellas und Edwards aufkeimende Beziehung durch mysteriöse Umstände belastet wird, bis Bella das Geheimnis ihres neuen Freundes ergründet hat.

"Twilight" ist eine romantische Teenie-Lovestory mit etwas Gruselstimmung und der tragischen Komponente der klassischen Liebesgeschichte zwischen Graf Dracula und Mina.

Auf die klischeehaften Eifersüchteleien und Mißverständnisse zwischen dem Paar wird Gott sei Dank verzichtet, ebenso auf kitschige Dialoge. Die Bedrohung für Bella und Edward und ihre Beziehung geht von einer Gruppe Vampire aus, die im Gegensatz zu Edwards Familie Menschen töten, um deren Blut zu trinken. Und die haben es auf Bellas jungfräulichen Lebenssaft abgesehen und eine Konfrontation zwischen den beiden Vampir-Sippen bleibt unvermeidlich.

Diese entwickelt sich im Verlauf der weiteren Handlung sowohl temporeich als auch spannend, zumal die Mischung aus zuckersüßer Liebesromanze und Gruselatmosphäre sehr gut gelungen ist. Hier und da fließt auch etwas Blut und der ein oder andere spitze Eckzahn bohrt sich tief in einen Hals. Doch das hält sich alles sehr in Grenzen, verfehlt aber angesichts einer FSK:12-Einstufung beim jüngeren Publikum nicht seine Wirkung.

Das Kleinstadtleben und der Highschool-Alltag werden mit Liebe zum Detail und Sinn für Humor dargestellt und die Charaktere wurden sorgfältig ausgearbeitet.
Kristen Stewart und Robert Pattinson sind als Bella und Edward ideal besetzt und harmonieren perfekt zusammen, es ist schön anzusehen, wie es zwischen den beiden knistert.
Vor allem aber Edwards Familie vereint alle Sympathiepunkte auf ihrer Seite und dürften als die liebenswertesten Vampire in die Filmgeschichte eingehen. Spätestens als Familie Cullen, die sich selbst als Vegetarier bezeichnen und nur das Blut von Tieren trinken, für Bella etwas kochen und sich darüber freuen, endlich ihre Küche einweihen zu können, sind Tränen der Rührung angesagt.

"Twilight" ist ein Film für die MTV-Generation und vereint viele Stilelemente des modernen Kinos: angefangen von einer bewusst kühlen Optik, bis hin zu schnellen Schnitten, Zeitlupen-Sequenzen, Fights im "Matrix"-Style und einem sehr guten Soundtrack, unter anderem von Linkin Park, bietet der Film fast zwei Stunden Entertainment, bei der sich auch Zuschauer jenseits der 30 perfekt unterhalten fühlen.

8 von 10 Eckzähne!

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