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Kristen Stewart spielt eine Teenagerin, die zu ihrem Vater und damit in ein neues Umfeld zieht. Dort lernt die junge Außenseiterin einen charismatischen, etwas merkwürdigen Jugendlichen, gespielt von Robert Pattinson, kennen, der sich bald als ein neunzigjähriger Vampir entpuppt, der sich, wie seine übrige Familie auch, dazu entschlossen hat, kein menschliches Blut zu verzehren. Die beiden verlieben sich ineinander und beginnen eine Beziehung, die einige Komplikationen und Gefahren mit sich bringt.

Fantasy- und Teeniefilme sind nach wie vor sehr erfolgreich, wobei sich die meisten Kinobesucher weder durch schlechte Kritiken noch durch die Klischeehaftigkeit der meisten Werke abschrecken lassen, solange die Darsteller jung sind und gut aussehen. Dabei ist oftmals eine Romanvorlage vorteilhaft, da man sich so darüber hinaus der Kinobesuche der Leserschaft sicher sein kann und dies ist wohl der Grund dafür, dass auch Stephanie Meyers "Bis(s) zum Morgengrauen" seiner filmischen Adaption nicht entgehen konnte. Mit absehbaren Konsequenzen...

Denn "Twilight" überzeugt im Grunde zu keinem Zeitpunkt wirklich, ist vielmehr ein Musterbeispiel für, wie man einen Film besser nicht inszenieren sollte, obwohl Catherine Hardwicke mit "Dreizehn" bewiesen hat, dass sie es zumindest ein wenig besser kann. So ist "Twilight" vor allem eines: Sehr brüchig erzählt. Lieblos und unmotiviert werden Szenen aneinandergereiht, ohne, dass Hardwicke dem Film auch nur die Chance geben würde, wirklich an Fahrt aufzunehmen. Horrorelemente werden aufgegriffen, beispielsweise durch die düstere Umsetzung, oder die feindlichen Vampire, ohne, dass eine gewisse atmosphärische Dichte zustande kommt, Actionszenen werden angedeutet, ohne, dass mehr daraus gemacht würde, dazu entwickelt sich eine Romanze, die vollkommen seelenlos und aufgesetzt präsentiert wird, während Anflüge von Dramaturgie an den miesen Darstellern und der brüchigen Erzählweise scheitern. Beinahe überflüssig zu erwähnen, dass der Plot, der aus verschiedenen Versatzstücken aus dem Teenie-, Romantik- und Horrorgenre zusammengeschustert ist, ebenfalls nicht übers Mittelmaß hinauskommt.

Dabei ist "Twilight" aber immerhin halbwegs zügig erzählt, wobei sich Hardwicke im Grunde doch noch ein wenig zu viel Zeit nimmt, sodass keine größeren Längen entstehen und zumindest gepflegte Langeweile geboten ist. Und damit hätte die Horror-Romanze sogar noch Chancen gehabt, das solide Mittelmaß zu erreichen, die werden aber unter Anderem durch die miesen Effekten, das lächerliche Aussehen der Vampire (die trotz ihrer vollkommen unnatürlichen Blässe in der Öffentlichkeit nicht weiter beachtet werden) und einige infantile Dialoge sowie rührselige Kitschmomente nicht genutzt. Allerdings wird auch Schlimmeres verhindert, da die kitschigen Momente nicht überstrapaziert werden und das düster angehauchte Grundkonzept souverän durchgezogen wird. Hätte man sich darüber hinaus ein wenig mehr am skandinavischen Genre-Vertreter "So finster die Nacht" orientiert, wäre in dieser Hinsicht sicherlich mehr drin gewesen.

Zuletzt sind es die Darsteller, die immer wieder aufzeigen, dass man es trotz des gewaltigen Hypes um den Film lediglich mit einer lieblos dahingedrehten, unterbudgetierten Fließbandproduktion zu tun hat. So versagt Robert Pattinson in seiner Hauptrolle kläglichst, entfaltet zu keinem Zeitpunkt das Charisma oder die Präsenz, die ein Vampir-Darsteller benötigt und wirkt wirklich nie authentisch, sodass er mit seiner hölzernen Spielweise, seinem krampfhaften, aber wenig erfolgreichen Bemühen, sympathisch und charmant zu wirken und seiner miserablen Mimik wohl auch in einer Soap negativ auffallen würde. Daneben ist auch Kirsten Stewart alles andere als überzeugend, ist in ihrer Rolle aber zumindest solide, aber für eine Hauptdarstellerin beim besten Willen zu unscheinbar und mittelmäßig, während auch der restliche Cast sehr durchwachsen besetzt ist.

Fazit:
Der Hype um "Twilight" und sein finanzieller Erfolg zeugen davon, dass man trotz einer unmotivierten Regie, schlechten Effekten, noch mieseren Darstellern, einiger kitschiger Momente und einer allerhöchstens mittelmäßigen Story zahlreiche Teenager in die Lichtspielhäuser locken kann, solang das Östrogen die Mehrzahl der kognitiven Prozesse lahm legt. Ansonsten würde wohl auffallen, dass es sich hierbei um einen unterdurchschnittlichen Film handelt, der allerhöchstens mäßig unterhält.

37%

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