Da ich gerade kurz vor Ende von Band 4 der Twilight-Saga stehe, ist es nun an der Zeit, sich die ersten 3 Filme der "Biss-Reihe" anzusehen. Es gibt glaube ich kaum eine Buchreihe die zum einen eine derart übertriebene Hysterie bei den Teenies ausgelöst hat und zum anderen eine solche Hass-Welle ausgelöst hat. Ich muss sagen, dass mir die Bücher ganz gut gefallen haben, auch wenn sie teilweise sehr anstrengend zu lesen waren, was besonders an Bella, die wahrscheinlich nervigste Romanfigur aller Zeiten, liegt. Deswegen kann ich schon mal ganz klar sagen, dass Kristen Stewart ihre Arbeit ganz gut macht. Bella nervt genauso rum wie im Buch und ist demnach würdig und gut umgesetzt. Aber der Reihe nach, worum geht es in diesem Film eigentlich? Die Kurzform : Bella kommt nach Forks, besucht dort die Schule, lernt die mysteriösen Cullens kennen und findet heraus, dass die Cullens in Wahrheit Vampire sind. Nur sind die Vampire hier ein wenig anders als sonst. Sie schlafen nicht in Särgen, haben keine spitzen Eckzähne, sie schmelzen nicht bei Sonnenschein, sie können ihr Spiegelbild sehen und sie kochen gerne mit Knoblauch, auch wenn sie selbst nur Blut zu sich nehmen. Was bleibt da eigentlich noch übrig? Genau das ist das Problem. Nichts! Das Meiste, was Vampire so gruselig macht wurde gestrichen und dadurch wirken, besonders die Cullens, eher wie reine blasse Kannibalen, aber ganz gewiss nicht wie Vampire. Nun aber zurück zum Film. Bei Romanverfilmungen ist es immer ganz gefährlich, besonders wenn man das Buch intensiv gelesen hat. Doch zu meinem Erstaunen ist "Twilight" als reine Romanverfilmungen betrachtet durchaus gelungen, da hier nur unbedeutende Sachen raus gelassen wurden und nur ein paar Kleinigkeiten verändert wurden. Auch Robert Pattinson halte ich für eine würdige Besetzung für Edward Cullen. Er ist genauso schmalzig, genauso wehleidig und genauso selbstlos wie im Buch, was auch ihn nicht gerade zu meinen Lieblingscharakter macht. Bella und Edward verhalten sich wie zwei "GZSZ-Stars" und die ganze Zeit bekommt man Dialoge zu hören, die so schmalzig sind, dass man drauf ausrutschen könnte. Dies ist allerdings im Buch, zumindest in Band 1, nicht anders und deswegen wurde dieser Teil schon mal "richtig" umgesetzt. Zu Jacob, der mit Sicherheit der interessanteste Charakter der gesamten Twilight-Saga ist, kann man in diesem Film noch nicht viel sagen, da er nur ein paar Minuten zu sehen ist. Über sein "Schicksal" werde ich erst ab "New Moon" richten. Doch leider gibt es auch viele viele Fehlbesetzungen. Die größte Fehlbesetzung ist meiner Meinung nach Charlie, der lange nicht den menschlichen Charme versprüht, wie der Charlie aus dem Buch. Besonders die Beziehung zwischen Charlie und Bella wird im Buch viel intensiver und feinfühliger behandelt, während es im Film nur eiskalt, und dadurch unglaubwürdig, dahin geklatscht wirkt. Auch die Phase in der Schule kam in dem Film ein wenig zu kurz, dafür wurde der ganze Rest, besonders der Auftritt der 3 "bösen Vampire" relativ gut in Szene gesetzt. Ein weiterer Punkt, weshalb Twilight als Film nicht überragend ist, sind die Effekte, welche doch sehr veraltet und unspektakulär aussehen. Gerade bei einer Verfilmung eines solchen Weltbestsellers, hätte man mit guten Effekten nicht sparen sollen, es kann nämlich einfach nicht sein, dass der erste Harry Potter Film bessere Effekte hat, als diese erste Twilight Verfilmung. Nun wird es schwierig, hier eine Empfehlung auszusprechen. Der Film ist sowohl bei Buch-Fans, als auch bei Nicht-Buch-Fans teilweise ziemlich umstritten, was besonders an der großen Bella und Edward Fan-Gemeinde (bzw Hass-Gemeinde) liegt. Da aber sowohl Bella als auch Edward für mich zu den nervigsten Charakteren in dieser Buchreihe gehören, war ich mit der Besetzung relativ zufrieden, da sie mich hier genauso an widern konnten, wie im Buch. Die Hardcore-Fans, die die Bücher gerade zu vergöttern, sollten sich diesen Film schon anschauen, alle Anderen, insbesondere die, die einen richtigen Vampirfilm erwarten, sollten einen weiten Bogen um diesen Film machen.
Fazit : Als Romanverfilmung durchaus gelungen. Mit etwas besseren Effekten und einem etwas anderen Cast hätte aber hieraus noch viel mehr werden können. Somit geht der Film zwar als reine Buchverfilmung in Ordnung, kann aber durch die etwas schludrige Machart als reiner Film nicht vollends überzeugen.
6,5/10