Fist of the North Star - oh yeah, endlich mal ein Pilot, der rein theoretisch ohne jede Referenz auskommen würde (ergo - vergesst die Serie und die Mangas, betet nur diesen Film an!)...
Da kommt das Achtziger-Feeling jedesmal in voller Pracht wieder hoch, wenn man sich diesen Film so ansieht. man hat eben so eine leicht naive Grundhaltung über Recht und Unrecht, Gut und Böse und so weiter und rahmt dieses in eine ganz ordentliche Geschichte ein, doch kombiniert man es mit zeitüblicher Ultragewalt und einem steinharten Setting, gegen das Mad Max leider reichlich alt aussieht (auch wenn dieser bestimmt als eins der unzähligen Vorbilder des Films zu sehen ist).
Mit dem Film verhält es sich wie mit den meisten Genialitäten der Achtziger-Animes - heute kennt´s keine Sau mehr und keiner weiß, daß es die Grundlage sind, vielleicht nicht die Urväter, aber mit die ersten wirklich großen Filme des Genres, die auch international Fuß fassen konnten. Und bei diesem Film vermissen viele das handelsübliche Niveau an Story, den Anspruch an Dialoge und tun ihn als tumbes Gewaltmachwerk ab - was ich so leider nicht unterstreichen kann. Alleine schon die Zeichnungen und das Design mit aller Detailverliebtheit suchen mitunter heute noch seinesgleichen. Die Musik ist zwar oft arg im Hintergrund gehalten, ist jedoch sehr klangvoll und gut gemacht (spätestens wenn "Heart of Madness" erklingt, sinke ich voller Melancholie in den Sessel zurück).
Geschmackssache bleibt es sicherlich, viele mögen den Film mit Sicherheit nicht, doch die Fans härterer Kost sollten sich um das VHS Tape auf Englisch von Manga Video oder auch die Hongkong Bootleg DVD reißen. Nur ja nicht zur deutschen Fassung greifen - neben erbärmlichster Zensur haut einen auch die deutsche Synchro richtig weg, nicht nur wenn man zuvor bereits die englische gesehen hat.
Fazit: Fantasie hat den Autoren sicher nicht gefehlt. Mühe haben sie sich auch genug gegeben. Man muß ihn einfach lieben oder hassen, aber ich tue ersteres und gebe auf jeden Fall die 10 Punkte!