Fist ist einer jener berüchtigten Klassiker des Anime, die es ganz früh, sozusagen als Vorreiter, bis nach Deutschland auf Video geschafft haben, dann jedoch nur mit immenser Zensur.
Dass ein Menschenleben in der Kunst des Erwachsenen-Manga grundsätzlich mal nix wert ist, beweist dieser Film ganz deutlich, obwohl am Ende des Ganzen eine äußerst humanitäre Botschaft voller Hoffnung steht.
Was aber in erster Linie hängen bleibt, ist ein extrem blutrünstiger Splatter-Hammer, der in seinen Gewaltszenen wesentlich besser und einfallsreicher gemacht ist, als im Rest seiner Handlung. Diese zieht sich unerträglich zwischen den unzähligen Kämpfen.
Die Zeichentechnik ist ziemlich minderbemittelt, teilweise sehr kindisch. Bestes Beispiel ist die alberne Motorradverfolgungsjagd, bei der die fehlende Kenntnis über Perspektive übel zu Buche schlägt. Allerdings ging man wohl schon ob der groben Vorlage mit weniger Budget als z.B. das Positivbeispiel "Akira" an die Sache ran.
Bis heute macht mir die (eigentlich simple) Charakterzeichnung von Animes Schwierigkeiten. Auch hier muss man wieder arg aufpassen, wenn man wirklich mitverfolgen will, wer jetzt gegen wen kämpft, ob gerade wieder ein Zeitsprung gemacht wurde oder was!? Auch das ist ein Zeichen der nicht so gelungenen Vorlage.
Dennoch macht es tierischen Spass (wenn man so drauf ist...), sich die Metzelei bis zum unerträglich gefühlsduseligen Finale reinzuziehen.
Ich möchte gerne auch nochmal Tony Randalls unterschätzte Realverfilmung benennen, die zwar einen Tick weniger blutig daherkommt (obwohl meiner Meinung nach die erinnerungswürdigsten Bilder der Vorlage, die auch für die Story wichtig sind, ziemlich gut übernommen wurden), es dafür auch schafft, die Geschichte stringent zu erzählen. Außerdem ist die Realverfilmung seltsamerweise visuell einfallsreicher als seine Vorlage!