Review

Eigentlich kann man beim Genre des Slashers im Hinterwäldler-Milieu nicht viel verkehrt machen, allerdings wird es auch immer schwieriger, Klischees zu vermeiden und gleichermaßen spritzig-innovative Ideen einzubringen, da die Masse an Produktionen schier erdrückend ist.
Da hat sich Regisseur Michael Bafaro wahrscheinlich gedacht: Ich erzähle verschachtelt und trumpfe zum Finale mit großem Plot Twist auf.
Eine Rechnung, die in fast keinerlei Hinsicht aufgeht.

Was das Grundkonzept des Slashers unter anderem ausmacht ist das Mitfiebern, - die Frage, wer denn bis zum Schluss eventuell am Leben bleiben könnte.
Hier steht hingegen von vornherein fest, dass Amy (Leah Gibson), zumindest bis zu einem bestimmten Zeitpunkt, alle aus ihrer Gruppe von Studenten, die auf Archäologietour irgendwo in den Wäldern mit einem Wohnmobil unterwegs sind, überleben dürfte.
Denn erzählt wird der Hauptteil in Form einer Rückblende, während die völlig konsternierte Amy von Carrie (Daryl Hannah) aufgelesen und im Wagen mitgenommen wird.

Ein wenig Umweltkritik zu Beginn des Geschehens ist durchaus löblich, wenn auch völlig an den Haaren herbei gezogen, da es (mal wieder) um einen alten Indianerfriedhof und um ein Berggrubenunglück geht, welches das kleine Örtchen Arrowhead heimgesucht hat.
Da werden moralisch philosophische Meinungen ausgetauscht, die zur globalen Charakterisierung der Gruppe beitragen sollen, doch da wir davon ausgehen können, dass nur Amy wichtig ist, hätte man sich diesen Teil auch sparen und direkt zum großen Abschlachten übergehen können.

Wobei, Ansätze vom Bangemachen, wie das nächtliche Schütteln des Wohnmobils lassen tatsächlich einen Moment so etwas wie Atmosphäre entstehen und auch der unumgängliche Zwischenstopp an der Tankstelle wird mit einer teilweise bedrückenden Stimmung in Szene gesetzt. Der dort übliche Redneck kann selbstverständlich kein Guter sein, auch wenn dieser von unserer späteren Überlebenden gut behandelt wird, während sich alle anderen eher über ihn lustig machen, womit ein weiteres Klischee gnadenlos bedient wird.

So dauert es doch eine ganze Weile, bis der sabbernde Fiesemöp unter der Strumpfmaske loslegt und dabei alles andere als spektakulär zu Werke geht.
Denn für blutrünstige Späher gibt es fast nichts zu entdecken, - eine Hand wird abgetrennt und da ist die Kamera mal einigermaßen nah positioniert. Ansonsten wird hinter dichtem Gebüsch geschlachtet oder essentielle Teile der Opfer befinden sich irgendwo außerhalb des Objektivs. Eine splattermäßig recht sparsame Angelegenheit.

Immerhin ist das Erzähltempo noch passabel, einige Zeitlupen sehen schick aus und der Score arbeitet zweckmäßig solide. Man verschont uns mit unnötigen Laufzeitstreckern wie Nacktszenen und niveaulosem Herumgealbere, doch ein Mitfiebern ist eben zu keiner Zeit gegeben. Eher wartet man auf den finalen Twist, der die Geschichte zu einem abgerundeten Ergebnis bringen könnte.

Doch hier verliert Michael Bafaro endgültig den roten Faden und tischt uns eine bodenlose Verstrickung aus nicht nachvollziehbaren Gegebenheiten auf, - Hauptsache Twist, Hauptsache ungeahnte Verläufe, doch hanebüchener und unausgegorener konnten diese finalen Wendungen kaum eingebaut werden.
Darunter leidet zwar nicht zwingend der Unterhaltungswert, jedoch die Qualität des Streifens an sich, welche bis dato ohnehin nicht sonderlich hoch anzusiedeln ist.

Demnach bietet „Devil's Ground“ keinen Grundstock, der sich für Freunde des Slashergenres oder für Liebhaber des Redneck-Stoffes lohnt.
Schwache Dramaturgie, wenig Spannung, mittelprächtige Darsteller, kaum Blutvergießen und am Ende noch diverse Wendungen, die eher mit dem Kopf schütteln lassen, als dass man den arg konstruierten Gegebenheiten noch erhöhte Aufmerksamkeit schenken möchte.
Bemüht, aber äußerst schwach umgesetzt.
3,5 von 10

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