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„Alarmstufe: Rot“ ist wohl eines der gelungensten Rip-Offs von „Stirb langsam“ und der wohl bekannteste Film Steven Seagals.
Nach einigen gelungenen Außenaufnahmen der auf ihrer letzten Fahrt befindlichen USS Missouri, die den Schauplatz für dieses Spektakel abgibt, geht es ab in die Kombüse. Der coole Koch ist Casey Ryback (Steven Seagal), der sich mit einigen Vorgesetztem wie dem arroganten Commander Krill (Gary Busey) anlegt, wenn diese ihm dumm kommen. Doch als er zu aufsässig wird, wird er im Kühlraum eingesperrt – schließlich soll er nicht die Geburtstagsfeier des Captains stören. Das Szenario ist klar: Ryback ist der coole Macho, von dem man sofort weiß, dass er bald aufräumen darf. Ein paar Gimmicks wie Messerwerfen in der Küche und schon sind die letzten Zweifel beseitigt.
Für die Party rücken die Stripperin Jordan Tate (Erika Eleniak) sowie eine Rockband unter der Führung von William Strannix (Tommy Lee Jones) und diverse Helfer (Kellner etc.) an. Doch bei diesen handelt es sich, mit Ausnahme von Jordan, um Terroristen. Sie übernehmen das Schiff, wobei auch einige Offiziere wie Krill zu ihnen gehören, und kerkern die Besatzung ein, um an Bord befindliche Raketen zu klauen. Die Bösewichte sind recht prominent besetzt und herrlich psychopatisch (vor allem Tommy Lee Jones).

Doch sie haben ihre Rechnung ohne Ryback gemacht: Als sie ihn im Kühlraum umnieten wollen, dreht er den Spieß um tötet die Angreifer. Von da an startet er einen Guerillakrieg gegen die Besatzer, die ihn mit allen Mitteln aufhalten wollen...
„Alarmstufe: Rot“ ist eine echte Actiongranate, die Fans in Entzücken versetzen dürfte. Dabei sind zwar einige Sachen wirklich typisch (Seagal ist wie in fast allen seinen Filmen der Machoheld mit kampferfahrener Vergangenheit), doch das Ganze ist wunderbar explosiv verpackt.
Die Story ist klar bei „Stirb langsam“ übernommen worden, wobei „Alarmstufe: Rot“ doch die neuen Möglichkeiten, die der Schiffsschauplatz bietet, konsequent einsetzt. Zudem ist das Szenario im Vergleich zu ähnlichen Actionern auch optisch eine willkommene Abwechslung. Spannungsmäßig ist „Alarmstufe: Rot“ zwar kein Meisterwerk, aber sehr unterhaltsam und ohne Längen.

Die Action bietet Seagal-typische Fights und fantastische Shoot-Outs, die herrlich anzusehen sind. Dabei hat „Alarmstufe: Rot“ nur einen kleinen Fehler: Fast alle Action konzentriert sich auf einen Teil, in dem Ryback fast alle Gegner umnietet, so dass eine größere Verteilung wünschenswert gewesen wäre. Doch was man zu sehen bekommt ist fantastisch: Seagal benutzt die MP 5 im Dauerfeuer und knüppelt seine Gegner mit Aikido nieder. Dabei ist der Härtegrad doch recht hoch, obwohl einige Effekte (wie das Auge am Ende) in einem Actionfilm deplaziert wirken.
Die Bösewichte sind echte Highlights des Films. Gary Busey mimt mal wieder das Arschloch vom Dienst, herrlich arrogant und mit einigem augenzwinkernden Humor (z.B. die „Sehe ich aus wie ein Psychopath?“ Szene). Tommy Lee Jones ist noch durchgeknallter, obwohl er es mit dem Abdrehen übertreibt.
Schauspielerisch sollte man keine großen Erwartungen stellen. Seagal ist eben Seagal mit seiner üblichen, meiner Ansicht nach aber akzeptablen Mimik. Erika Eleniak dürfte ihre Rolle auch aufgrund nichtschauspielerischer Aspekte bekommen haben ;-) Lediglich Tommy Lee Jones bringt sein Talent an Bord, auch wenn seine Figur recht comichaft ist.

„Alarmstufe: Rot“ ist einer der bemerkenswertesten US-Actionfilme für Genrefans, der seine Actionszenen lediglich etwas besser verteilen müsste.

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