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"Alarmstufe: Rot" von Regisseur Andrew Davis ist Steven Seagals bekanntester Film, welcher ihn seinerzeit auch beim Massenpublikum bekannt machte und ihn als einen weiteren Helden am Action-Olymp ausmachte. Allerdings hielt dies nicht wirklich lange an.

Die Story: Die U.S.S Missouri, ein älteres Schlachtschiff, soll ausgemustert werden. Zuvor gibt es aber noch eine letzte Fahrt. Allerdings sind auch Gangster auf das Schiff scharf, besser gesagt, auf die an Bord befindlichen Waffen. Unter Führung des wahnsinnigen William Strannix (Tommy Lee Jones) kapern sie das Schlachtschiff, sperren die Crew ein und beginnen damit, die Raketen zu demontieren. Doch mit dem Koch Ryback (Steven Seagal) haben sie nicht gerechnet.

Man kann von Seagal halten, was man will, aber er war zu seinen Anfängen ein respektabler Actiondarsteller (-schauspieler wäre wohl schon zu viel des Guten). Das Problem ist aber, dass er in einem sehr aufgeblähten Film wie "Under Siege" nicht die Ausstrahlung besitzt, einenkompletten Film zu tragen. Er hat nun mal nicht das Charisma eines Sylvester Stallone, eines Schwarzeneggers oder eines Bruce Willis. In den Kämpfen macht Seagal eine gute Figur, aber dazwischen sieht es schon mau aus.
Andrew Davis präsentiert mit seinem Film "Die Hard" auf dem Schlachtschiff und nutzt die Location gut aus. Klaustrophobische Spannung kommt zwar so gut wie nicht auf, aber das alte Schlachtschiff bietet einige gute Gelegenheiten für Stunts und Actionszenen, die zu gefallen wissen.
Hauptproblem ist aber der Spannungsverlauf. Zwar kommt der Film erst nach gut 20 Minuten in Fahrt, bietet dann aber eine Zeit lang ordentlich Spannung, wenn Ryback seinen Feldzug in Guerilla-Manier startet. Leider verfliegt die Spannung zusehends, wenn Ryback Unterstützer findet. Einige Längen weist der Film schon auf, und das ist gerade für einen Actionstreifen alles andere als vorteilhaft.
Die Darsteller sind für den Film auch nicht unbedingt von Vorteil. Gut, über Seagal muss man nicht mehr viel sagen, er versucht souverän rüberzukommen und dass gelingt zumindest in den Actionszenen. Tommy Lee Jones als Bösewicht ist eine illustre Fehlbesetzung. Ansonsten ein absolut genialer Schauspieler, der in "Under Siege" aber zu gepflegtem Over-Acting neigt. Überzeugender ist da schon Gary Busey als Offizier, der sich einige Frotzeleien mit Ryback liefert, die auch zu gefallen wissen. Zwar spielt Busey total durchgeknallt, aber ihm kauft man das ganze aufgrund seiner früheren Rollen auch ab. Erika Eleniak darf die einzige Frau unter vielen Kerlen spielen, und glänzt dementsprechend auch in erster Linie mit ihrem Körper. Allein wegen der Tortenszene hat der Film einen Extrapunkt verdient. Ansonsten hat sie aber auch nicht viel zu tun.

Fazit: "Under Siege" ist ein passabler Actionstreifen, mehr aber nicht. Steven Seagal und das breite Publikum passen nicht zusammen. An seine vorherigen Werke wie "Deadly Revenge" und "Zum Töten freigegeben" kommt der Film nicht ran, die waren rasanter, härter und kompromisloser. Auch im Bereich des "Die Hard"-Themas gibt es bessere Vertreter, z.B. "Passagier 57", die mehr Tempo erzeugen als es bei "Alarmstufe: Rot" der Fall ist. Der zweite Teil ist da ein klein wenig besser.

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