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Unter den vielen Ablegern von „Stirb langsam“, die der langsam ersterbende B-Actionfilm (der noch fürs Kino gemacht war) ertragen mußte, ist „Alarmstufe: Rot“ sicherlich noch einer der erträglichsten.
Das liegt jetzt weniger daran, daß Steven Seagal ein so toller Schauspieler wäre, aber zu dieser Zeit war er durch seine brachialen Startfilme noch recht frisch im Gedächtnis und Andrew Davis war und ist kein überragender, aber ein überaus solider Actionregisseur, der auch schon Erfahrungen mit dem komplizierten Star („Nico“) hatte.

Im Wesentlichen liegt es aber daran, daß der Film sich mehr oder minder als direkte Blaupause der typischen Willis-Actioner nimmt, nur eben nicht in Hochhaus oder Flughafen, sondern diesmal auf einem Schiff der US-Marine – natürlich war ein Boot als Schauplatz auch schon für „Stirb langsam 2“ im Gespräch.

Beengter Raum, eine Geiselnahme, eine Erpressung und eben die unterschätzte Gefahr in der Figur des Schiffskochs, der natürlich nicht nur das Küchenmesser schwingen kann, sondern noch ganz andere Griffe drauf hat.
An der Seite hatte er das nötige Boobie-Bienchen in Erika Eleniak, die ihre hervorstechenden Talente gerade dem Playboy spendiert hatte und kurz vor dem großen Baywatchruhm stand und sich gegen den steifen Türstopper Seagal natürlich belebend ausnimmt.

Was, abgesehen, von der recht graphischen Gewalt, jedoch am ehesten im Gedächtnis bleibt, sind die großen Gegenspieler und da laufen Tommy Lee Jones (in Rockerkluft) und Gary Busey (zeitweise im Frauenkostüm) zu ganz großer Chargierkunst auf, bei der kein Auge trocken bleibt, beide übertreiben Coolness und Overacting zugleich maßlos und bieten Seagal wenigstens ansatzweise Kampfparoli, der mit scheelem Blick auf seine Küche sich natürlich allen Rettungsunterlassungsanweisungen widersetzt, weil sowieso nur er weiß, wie der Hase kocht...bzw. läuft.

Die nötige Überlebensgröße und den „human touch“ von Willis sucht man hier jedoch komplett vergebens, aber das ist Actionafficionados sowieso nicht so wichtig. Der solide Überbrückungsfilm, bevor man dann etwas später die Nacht auf Piste geht. (6/10)

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