Steven Seagal in seinen besten Tagen: Als Chefkoch der U.S.S. Missouri muss er sich einer Übermacht von Terroristen stellen, was ihm aufgrund kampferprobter Vergangenheit auch gelingt.
Es erinnert schon an stark an den Genreklassiker “Stirb Langsam”, wenn Ryback als Ein-Mann-Armee die feindlichen Reihen weiter und weiter dezimieren kann, obwohl seine Mittel arg beschränkt sind. Trotzdem ist “Alarmstufe: Rot” einer der gelungeneren Klone des großen Vorbilds, was in erster Linie an einer grundsoliden Inszenierung und einem rundum gelungenen Cast liegt, vor allem was die Auswahl der Bösewichter betrifft. Tommy Lee Jones mag etwas zu abgedreht rüberkommen, verpasst dem Pseudo-Rockmusiker und Terroristen William Stranix aber ein denkwürdiges Profil, auf der anderen Seite ist Gary Busey als fieses Ekelpaket eh ein Selbstläufer.
Von Regisseur Andrew Davis wurde das alles schön unterhaltsam verpackt, als einzige Schwäche könnte man die Anfangsphase bezeichnen, in der noch die Ruhe vor dem Sturm herrscht und Seagal in jeder seiner Szenen mit einer völlig deplazierten Mimik oder dummen Sprüchen nervt. Bemerkenswert ist die Preisgebung der Identität der Terroristen, auf die man die ganze Zeit wartet und dann mit einem Paukenschlag überrumpelt wird.
Der Härtegrad dürfte Genrefans zufrieden stellen, bei derart expliziten Gewaltszenen wundert es sogar ein bisschen, dass “Alarmstufe: Rot” im Gegensatz zu seinem kaum brutaleren Nachfolger nicht indiziert wurde. Seagal ist jedenfalls der Fels in der Brandung, der hier alles und jeden niederknüppeln darf, wozu ein Gesichtsausruck völlig ausreicht. Wer will’s ihm bei diesem Unterhaltungsfaktor übel nehmen?