Aus einer Zeit, als sich Steven Seagal noch bewegen konnte stammt der vorliegende von Andrew Davis inszenierte Actionthriller. In dieser Variante des Ein-Mann-Armee-Subgenres kämpft sich Schiffskoch Casey Ryback (Seagal) durch das ausgemusterte Schlachtschiff USS Missouri, welches nach der Übernahme von einer Terrorgruppe unter der Leitung von William Strannix (Tommy Lee Jones) diese Aktion auch dringend nötig hat.
Der Streifen war damals ein veritabler Hit im Kino und er hat durchaus ein paar Qualitäten. Mit einer Laufzeit von etwas über hundert Minuten ist er angenehm kompakt und für so ein Szenario ist das auch völlig ausreichend. Die Geschichte selber ist ein Hintergrundrauschen, wegen der schaut man so etwas aber auch nicht. Da geht’s mehr um die Action und die ist über den Film verteilt. Es kracht zwar nicht permanent, aber wenn, dann passt das überwiegend und man hat auch ein paar kleinere Härten parat. Ist eben alles noch handgemacht, der Film sieht schön haptisch aus.
Ein weiteres Verkaufsargument ist die Besetzung. Und damit ist nicht Seagal gemeint, der wie immer etwas stumpf in die Gegend schaut und die Ausstrahlung einer Fünf-Minuten-Terrine hat. Auch Erika Eleniak ist als Jordan Tate nicht unbedingt der Bringer, ihr Casting hat offensichtliche Gründe und Casey schleppt die Blondine eben permanent mit, damit sie im Bild ist und das Zielpublikum was zu gucken hat.
Wirklich unterhaltsam ist hier nur die Schurkenfraktion. Gary Busey hat seine typischen Anwandlungen, Jones spielt munter-psychopathisch auf und Colm Meaney geht immer. So sind es die Antagonisten, die das hier etwas spaßiger machen, denn insgesamt ist „Under Siege“ Malen nach Zahlen. Dies aber immerhin in einem coolen Setting, so ein Schiff hat was, auch wenn sich das Schnuppern der Seeluft in Grenzen hält.
Wie auch die Begeisterung für manch bekloppte Szene wie das Gefuchtel mit dem Messer oder dass Casey mal die Blondine knutscht. Irgendjemand muss das für eine logische Konsequenz aus den Ereignissen gehalten haben.
„They never liked me anyway.“
Es war der Koch. Mit Messer, ohne Gabel, aber mit Wumme und Playmate. Die „Die Hard“-Variante mit Steven Seagal hat ihre Momente und ein ansprechendes Setting, ist aber auch formelhaft, leidet unter dem wenig einnehmenden Protagonisten und ist vielleicht nicht so actionreich, wie man es gerne hätte. Trotzdem ein netter Klopper, den man sich ansehen kann, ohne danach (oder währenddessen) viel nachdenken zu müssen.