Review

"Alarmstufe: Rot" ist eindeutig eine Kopie des Bruce Willis-Hits. Zwar nicht absolut mies, aber dennoch nicht so gelungen wie andere "Die Hard"-Kopien a'la "Passagier 57" und "Sudden Death". Das liegt überwiegend an dem Hauptdarsteller. Mehr dazu später in der Darsteller-Besprechung...

Ex-Soldat Ryback (Steven Seagal) ackert nun als Koch auf einem Militärschiff, wo er nichts besseres zu tun hat, als dem arroganten Commander Krill (Gary Busey) ans Bein zu pinkeln. Darum wird Ryback kurzerhand eingesperrt. So bekommt er nicht mit, dass Terroristen unter der Führung von Strannix (Tommy Lee Jones) das Schiff besetzen und der US-Regierung drohen, ein paar Nuklear-Raketen aufs geliebte Ami-Volk zu ballern. Schließlich kann sich Ryback befreien und versucht nun gemeinsam mit der Stripperin (hahahaha) Jordan (Erika Eleniak) dem miesen Strannix einen Strich durch die Rechnung zu machen.

So, kommen wir nun zu Steven Seagal (Exit Wounds). Im Prinzip hab ich ja nichts gegen den Mann, aber für seine dämlichen Leinwand-Darstellungen ist er ja selber schuld. Aber mit seiner Figur des Ryback empfindet man so überhaupt keine Sympathie. Vielleicht wäre der Film um einiges besser gewesen, hätte man Leute wie Schwarzenegger oder Stallone ans Werk gelassen. Dann haben wir da Tommy Lee Jones (Auf der Jagd). Er spielt seine Rolle recht gut und gibt einen genialen Psychopathen ab, kann aber leider nicht mit Alan Rickman mithalten. Gary Busey (Lethal Weapon) darf wieder mal das Arschloch vom Dienst mimen und hat auch sonst nichts anderes zu tun. Den Vogel hat allerdings Erika Eleniak (Dracula 3000) als lebendes Auszieh-Püppchen abgeschossen. Ihr Part wirkt so deplaziert wie der Terminator in einem Julia Roberts-Film. John McClane kam auch recht gut ohne Stripperin aus und hatte nur sein Frauchen zu retten. Wenn es unbedingt eine "Baywatch"-Trulla sein musste, warum dann nicht gleich Pamela Anderson?

Die Action ist nicht schlecht gemacht und Regisseur Andrew Davis (Collateral Damage) versteht hier sein Handwerk, auch wenn er ziemlich mit der Spannung gespart hat. Die Aikido-Einlagen passen zwar zu Seagal, aber einem Terroristen in bester "Lethal Weapon"-Manier eine Kugel ins Hirn zu ballern wirkt dann doch realistischer als unnötiges Rumgefuchtle mit Händen und Messerchen. Darum kommt es auch gut, dass Seagal mal zur Abwechslung auch mit einer Maschinenpistole rumballern darf. An harten Szenen bekommt man einiges geboten, wie z.B. Terrorist wird von Stahlträger durchbohrt. Und im finalen Fight macht Ryback aus Strannix rasch einen "Seh-nix".

Wie seine Kollegen "Lethal Weapon", "Terminator", "Last Boy Scout", "Stirb langsam 2" und "Passagier 57" wurde auch "Alarmstufe: Rot" im Free-TV größtenteils nur in einer zerhackten Fassung gezeigt, was den Film noch lächerlicher wirken lässt.

Wie gesagt, mit einem besseren Hauptdarsteller und ohne Eleniaks Part wäre aus "Alarmstufe: Rot" vielleicht noch ein ganz guter Action-Kracher geworden, zu dem man ruhig ein Fass hätte aufmachen können.

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