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Abel Ferraras „The Driller Killer“ aus dem Jahre 1979 entführt uns in die schäbigen Gegenden New Yorks der 70er und möchte anscheinend den Werdegang eines wahnsinnigen Serienkillers zeigen, der mit einer Bohrmaschine bewaffnet Jagd auf Obdachlose macht. Die bohrendste Frage aber ist: Warum? Darauf liefert Ferrara keine Antworten. Renos Entwicklung vom malenden Künstler zum durchgeknallten Bohrmaschinen-Freak und Pennerhasser bleibt ebenso wenig nachvollziehbar wie das Verhalten aller anderen, allesamt völlig schrägen Charaktere, die hoffnungslos überzeichnet wurden. In spannungsarmen und zusammenhanglos wirkenden Einzelsequenzen sucht man vergeblich nach einem roten Faden und ärgert sich schon bald über die immer wieder gezeigte, nervige Band und das totale Fehlen von Identifikationsfiguren. Das ist selbst mir zu konfus und abgefahren. So ist das beste an „Driller Killer“ noch die schmutzige Optik, aber auch der eine oder andere blutige Mord ist nicht zu verachten, während hier allerdings auch unfreiwillige Komik Einzug hielt, wenn Reno wie vom Hafer gestochen mit seiner verkabelten Bohrmaschine und einer Art Akku-Gürtel (?) bewaffnet durch die Straßen hetzt und sich auf die einzigen normalen Menschen dieses Films, die Obdachlosen, stürzt. Sehr seltsames Werk, über das ich mich gefreut habe, es einmal auf 35 mm im Kino sehen zu können, es mir aber nicht unbedingt noch einmal zu Gemüte werde führen müssen…

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