Computergenerierte Effekte sind bei neuzeitlichen Produktionen kaum mehr wegzudenken, - gerade im Bereich Tierhorror stellen sie eine gern verwendete Form dar, möglichst viele Angreifer mit viel Wucht einzubinden.
Einer der simpelsten Figuren dürfte in diesem Bereich wohl eine Schlange darstellen, - keine Arme, kein Fell, dafür ein einfacher Kopf und schlichte Bewegungen.
Leider, so muss man feststellen, gelingt es Regisseur FauntLeRoy auch mit dieser dritten Fortsetzung zu „Anaconda“ nicht, den tricktechnischen Maßstab auf Höhe der Zeit anzugleichen.
Inhaltlich knüpft man am Vorgänger an: Milliardär Murdoch (John Rhys-Davies) läuft die Zeit aufgrund Knochenkrebs davon, nur ein gezüchtetes Regenerierungs-Serum kann sein Leben noch retten. Deshalb schickt er einige Söldner aus, den Stoff mitsamt Wissenschaftlerin Amanda ausfindig zu machen, die sich mit einigen Leuten bereits in den Wäldern Rumäniens auf der Flucht vor einer riesigen Anakonda befindet.
Damit die Schlange letztlich genug zu happern hat, werden eine Menge Leute in den Wald geschickt, was aufgrund parallel erzählter Handlungsstränge für einigermaßen Abwechslung sorgt. Da gibt es einen jungen Urlauber, der auf Heldin Amanda trifft, einen Suchtrupp rund um Zweitheld Jackson und die Söldner, die zunächst einmal abwarten und erst im letzten Drittel ihre Übermacht ausspielen.
Viel wird nicht verraten, wenn man erwähnt, dass hin und wieder eine Randfigur geschnappt wird, jemand von den Guten von einer Winkelspinne gebissen wird (in genau diesem Wald offenbar besonders giftig, da die Verletzung umgehend zu Fieberanfällen führt) und viel gelaufen, versteckt und nach Gegenmaßnahmen gesucht wird.
Gegen Ende befinden sich die Sympathieträger für eine Weile in der Gewalt der bewaffneten Tunichtgute in einer Hütte, doch auch hier ist die mutierte Schlange, deren zugefügte Wunden in Form von Schüssen oder Handgranaten fast augenblicklich heilen nicht weit.
Darstellerisch ist das maximal brauchbar routiniert, gleiches gilt für die unspektakuläre Kamera, die Egosicht der Schlange mit Rotfiltern und verschwommener Linse und den wenigen Bluteffekten, wovon lediglich ein Skalpell-Eingriff etwas deutlicher ausfällt.
Dazu kommen allenfalls ein paar entstellte Leichen und das Verschlingen aus der Distanz, da für so komplizierte CGI nun wirklich das Budget zu knapp war.
Entsprechend unspektakulär und nahezu ohne Höhepunkte läuft das Geschehen in allseits bekannten Mustern ab und nur das Ableben eines Typen wegen ungünstigen Timings fällt witzig ins Auge. Demgegenüber ist das Tempo okay, nur bleiben spannende Momente Mangelware, während sich Atmosphäre in den austauschbaren Kulissen reichlich rar macht.
Erst am Ende werden ein paar Schauwerte mehr geboten, als es zu einigen Rangeleien und Gekloppe kommt, man mit dem Jeep nicht nur einen Bösewicht, sondern auch die Schlange abschütteln muss und ein paar ordentliche Blutszenen hinzukommen.
Dabei ist die Schlange im Gesamtbild der eigentliche Verlierer, da die CGI wahrlich nicht bemüht sind, ordentliche Schattierungen zu integrieren und sich vehement sträuben, das Vieh auch mal über etwas hinweg schlängeln zu lassen (sie macht lieber einen Umweg, obgleich das Auto vor ihr kein Hindernis darstellen würde).
Lediglich der Kopf wurde ansatzweise passabel gestaltet und die Angriffsszenen aus der Distanz sehen (mit etwas Phantasie) halbwegs glaubhaft aus.
Für eingefleischte Fans des Genres bietet dieser Aufguss letztlich nicht mehr als der/die Vorgänger: Routinierte Dutzendware, die man schnell mit ähnlich gelagerten Produktionen verwechseln kann. Auf seine Art sympathisch, im Endeffekt jedoch ein äußerst austauschbarer Lückenfüller.
4,5 von 10