Review

Der Mensch ist ja unermütlich und kann eine Menge Schmerzen ertragen, also angstbefreit ran an den vierten Beitrag zur Anaconda-Serie, wer Onkel Hasselhoff überlebt hat, schafft auch die zweite Hälfte des Back-to-Back-Double-Features rund um Blondbrötchen Crystal Allen (Hände hoch, wer das auch für einen Porno-Namen hält...).

John Rhys-Davies ist wieder mit im Boot, noch immer will der rücksichtslose knochenkrebskranke Multi-Millionär im rumänischen Forst eine Kur gegen seine Krankheit abfegen und läßt dementsprechend im lustigen Weinberg rumzüchten, was die Hütte hält. Natürlich benutzt sein bevorzugter Solobiologe auch hier wieder einen zu kleinen Käfig, doch dafür hatte er vor dem Versnacktwerden noch den genetischen Zuchterfolg, daß das Riesenvieh jetzt Klonkräfte entwickelt und abgetrennte Teile durch Reproduktion per PC ersetzt, sensationellerweise sogar, wenn man den Kopf runterschießt.

Für den nötigen Bodycount sorgen neben Frau Allen ein blonder Wandersmann, eine Gruppe von Paläo...die wollen jedenfalls was ausgraben, was aber auch unwichtig ist, weil sie dazu nicht kommen. Team 1 ist schon verfrühstückt, als Team 2 anrückt. Drei Bäume weiter steht schon die fünfköpfige Söldnertruppe parat, die sich gern selbst dezimiert und die treffen dann irgendwann aufeinander und es geht richtig zur Sache.

Bis dahin kann ich glückstrahlend vermelden: es ist nicht ganz so kreuzdoof wie in Teil 3, tatsächlich benehmen sich die Wissenschaftskollegen einigermaßen vernünftig und halbwegs logisch, wenn auch nicht berauschend unterhaltsam. Der Plot ist mäßig zusammengeklöppelt, aber alle warten eh nur auf das 20-Meter-Reptil, das auch diesmal verdammt WENIG nach einer Anaconda ausschaut und irre Zähnchen präsentiert, mit denen es gern Köpfe wegrupft – allerdings ohne den exzessiven Goregehalt von Teil 3.

Wieder mal in einem Häuschen im Grünen und dem angrenzenden Schrebergärtchen gedreht, wirkt das alles bisweilen sogar ganz DVD-passabel, besonders gelungen empfinde ich den Horizontshot einer Verfolgungsjagd, wo man auf einem Hügel nur die Silhouetten der Flüchtenden und der Schlange wahrnehmen kann, da sind die alten Bugs-Bunny-Cartoons irgendwie ganz nahe.

Ansonsten gibt es nur noch zu notieren, daß endlich mal mehr als nur einer überlebt und daß man aus schlichter Einfallslosigkeit zum Schluß noch eine weitere Schlange aus dem Nirgendwo zückt, die dann wohl endgültig für die Entvölkerung des Ostblocks sorgen wird.
Nicht ganz schlecht, nicht richtig gut, ordentlich gespielt und nicht zu trashig, das sorgt zwar nicht für ein Edelsteinchen, man muß sich aber auch nicht zu sehr auf der Couch winden, um die 85 Minuten zu überleben. (3/10)

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