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Carpia ist ein mittelalterliches, friedvolles Königreich mit einem gerechten König, einer anmutigen Königin und einem aufmüpfigen Töchterlein das, statt sich in hübsche Prinzessinnengewänder, lieber in Männerkleidung schmeißt und statt einem langweiligen Prinzen, lieber das Abenteuer sucht. Als eines Tages ein böser, mächtiger Feuerdrache am Himmel auftaucht und die Stadt angreift, bietet der herrschsüchtige König Quilok aus dem Nachbarland an, sich ihm zu unterwerfen und sie von der Feuerspeienden Bestie zu beschützen.

Eine traurigere Karriere als die von Regisseur Pitof kann man sich kaum vorstellen. Nach dem tollen Vidocq folgte das goldene Himbeeren Festival Catwoman, um zuletzt in Rumänien drittklassige Monsterhorrorreißer abzufilmen. Auch nicht gerade auf dem aufsteigenden Ast sind die beiden Gaststars John Rhys-Davies und Arnold Vosloo, die aber wenigstens so etwas wie Charisma verströmen, was man von den nominellen Hauptfiguren als blasse Aufziehpuppen Prinzessin Luisa (Typ eigensinnig und sich stets selbst in Schwierigkeiten bringend) und Gabriel (Prinz Kaspian Lookalike ansonsten farblos) nicht unbedingt behaupten kann.
Am interessantesten sind aber ohnehin die Drachen, die sogar gar nicht mal so schlecht aussehen. Der Feuer- und der Eisdrache haben zwar mehr Ähnlichkeiten mit fliegenden Manta Rochen, sind aber akzeptabel animiert und dürfen sich sogar ein längeres Duell in den Lüften geben. Der Rest vom Fest plätschert allerdings mehr so dahin. Lediglich Rhys Davies darf als Comedy Sidekick punkten in dem er den Fantasy Daniel Düsentrieb gibt und mal eben prädatiert solche Sachen wie Handgranaten, Dia Projektoren, ein Feuerzeug, Nebelbomben oder die Leuchtpistole erfindet. Da wird Jugend forscht noch wirklich gelebt.
Der Rest ist Fantasy Ware von der Stange. Rivalisierende Königreiche, der edle Held im viel zu kurzen Showdown rettet alle, die Schurken werden gemeuchelt und Dracheneier, die aussehen wie verkrustete Bowlingkugeln, werden über offenen Feuer erhitzt. So was kennt man ja alles, hat man auch schon schlechter gesehen (gell, SyFy), aber wirklich harmonisch läuft das hier auch nicht zusammen. Ein Tritt in den Hintern gibt's dazu noch für den Cutter, denn die Kampfszenen werden ihnen mal wieder präsentiert von MTV, spätestens alle Sekunde wird geschnitten, danke auch für den Augenkrebs.
Insgesamt überwiegen zwar die negativen Punkten, aber erträglich ist das Ergebnis doch geworden. Fantasy Freunde bekommen immerhin neues Futter und durch die recht unblutige Story ist der Film auch mühelos im Nachmittagsprogramm unterbringbar.
4/10

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