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Zu Halloween treiben nicht nur Serienkiller sein Unwesen, auch allerlei Monster und Ungetüm gehen an diesem Tag auf Streifzug. In der Filmwelt hat sich vor allem "Pumpkinhead" dabei einen Namen gemacht, der im deutschen Titel mal ganz flux als "Halloween Monster" bezeichnet wird, obwohl er ja eher "Kürbiskopf" heißt und mit Halloween eigentlich nichts am Hut hat. Effekte-Guru Stan Winston, der sich vor allem mit seinen Effekten in "Alien" einen Namen gemacht hat, saß hier auf dem Regie-Stuhl und brachte dabei ein ganz akzeptables Horrorfilmchen zu Stande.

"Pumpkinhead" ist im Prinzip eine Mischung aus Slasher- und Monsterhorror, wobei vom Slasher aber, verhältnismäßig, nur einige Elemente vorhanden sind. Es geht um einen Mann, der für seinen getöteten Sohn Rache nehmen will und dabei ein altes, grausames Monster heraufbeschwören lässt. Blöd nur, dass dieses Monster sich nicht nur an den Verursachern des Todes des Jungens vergreift, sondern eigentlich vor nichts und niemanden halt macht. Und der Kampf gegen das Monster beginnt. Innovativ ist das Ganze dabei so gut wie nie, Logik- und Handlungslücken sind natürlich auch vorhanden und die Rachestory bedient sich reichlich an Klischees. Doch für einen schönen alten 80er-Jahre-Horror reicht das Ganze allemal aus.

Denn bei "Pumpkinhead" macht vor allem die Inszenierung und die Umsetzung des Ganzen mal wieder die Musik. Und die hat es dann doch größtenteils in sich. Winston hat es geschafft, seinen Film in ein beängstigend gruseliges Licht zu versetzen, welches er immer wieder mit den richtigen Farbfiltern vermischt. Während er in den Tages-Szenen die Sonne nur so vom Himmel brennen lässt und dabei eine angenehme "Provinzkaff mitten im Nirgendwo"-Stimmung aufkommen lässt, hüllt er die Nachtszenen in eine höchst atmosphärische Mischung aus tiefschwarzen und blauen, nebeligen Farben. Ein gar frößteliches Gefühl kann einen hier packen, wenn man sich richtig auf den Film einlassen kann.

Dazu das gut kreierte "Pumpkinhead"-Monster, welches wirklich schön scheußlich ausgefallen ist und garantiert nicht zum Spielen einlädt. Horror-Anfänger dürften bei diesem Anblick sogar leicht ins Zittern geraten. Und wenn es sich dann seine Opfer sucht, geht es auch nicht gerade zimperlich vor. Zwar wurde auf härtere Gore-Effekte weitgehendst verzichtet, doch wirklich harmlos ist das Vorgehen des Monsters auch nicht. Und die vorhandenen Effekte sehen dann auch wirklich gut aus und lassen einen an die schönen alten 80er-Jahre-Horrorschinken zurück erinnern, die man ja teilweise so schätzen gelernt hat.

Und natürlich darf auch nicht der wunderbare Score vergessen werden, der sich schön im Einklang mit dem Gezeigten gibt. Auch hier hat man wieder alle Arbeit geleistet um das Geschehen optimal zu unterlegen. Zudem wirkt auch die ganze Sounduntermahlung an sich recht überzeugend.

Schade nur, dass man sich in der ersten Hälfte des Streifens doch ein wenig mit Längen herumschlagen muss und sich in Geduld üben muss, bevor es richtig los geht. Winston nimmt sich leider etwas verdammt viel Zeit um seine Figuren vorzustellen und verplempert schon mal eine ganze 3/4-Stunde, bevor er sein Monster überhaupt zum Leben erwecken lässt. Davor zieht sich die Einführung doch hier und da etwas arg in die Länge, was dem Gesamtergebnis dann doch ein wenig schaden mag. Doch wer wacker ausharrt, der darf sich dann auf das oben angesprochene Horror-Erlebnis gefasst machen.

Was die Darsteller angeht so wird gutes Horror-Mittelmaß geboten, wobei Lance Henriksen natürlich am meisten heraussticht. Wie schon in anderen Filmen so beweist er auch hier, dass er einer von den guten Darstellern ist, die ihr Fach wirklich verstehen. Zwar gehört er bei weitem nicht zu den Profis, doch es macht immer wieder Spaß ihm zuzuschauen. Der restliche Cast wirkt dagegen ein wenig blas, stellt aber, fürs Genre, auch zufrieden.

Fazit: Spannender und recht atmosphärischer Monster-Slasher, der zwar kaum über eine innovative Story verfügt, aber dafür mit einer gekonnten Umsetzung des Ganzen aufwarten kann, die einen schön in die Horrorwelt der 80er-Jahre hineinversetzt. Auch wenn das ganze Treiben etwas arg lange braucht um in Fahrt zu kommen, so kann man sich danach dann doch noch auf absolut wohliges Horrorerlebnis einlassen.

Wertung: 6,5+/10 Punkte

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