Review

Ein finsteres Märchen...

...erwartet uns mit Pumpkinhead (den dämlichen deutschen Titel vergessen wir am besten gleich wieder, denn er leitet völlig in die Irre). Die konsequent überzeichneten Gestalten dieser Rachegeschichte fügen sich in das altbekannte Schema: Ein Mann setzt etwas in Gang, das sich seiner Kontrolle entzieht und sich nicht mehr (oder kaum noch) stoppen lässt. Denn der übermütigste einer Gruppe von Jugendlichen hat den Sohn des Mannes in einem Unfall getötet. Blind vor Rache wendet er sich an eine alte Hexe, die mit seinem Blut einen Rachedämonen heraufbeschwört, dessen Kopfform an eine gewisse Frucht erinnert. Dieser ist aber viel stärker mit dem Vater verbunden, als ihm lieb ist.

Wäre nicht die deutlich zutage tretenden Märchenelemente, wäre der Film nichts weiter als ein mittelprächtiger Horrorfilm. Denn es kommt kaum Spannung auf, Blut gibt es kaum zu sehen (heutzutage würde der Film locker mit einer 16er Freigabe davonkommen) und die Story ist arg vorhersehbar - von vielen Horrorklischees wollen wir gar nicht erst sprechen. Aber die wunderbar überzogene Hexe in ihrer nebelumwaberten Sumpfhütte, die in krächzender Stimme unheilvolle Worte verliert, bringt schöne Gruselstimmung. Zudem ist das Monster eine wirklich gute Arbeit geworden; nicht nur, dass es tatsächlich recht originell und hässlich anzusehen ist (und dabei nicht lächerlich wirkt), nein, auch dessen Bewegungen wirken ziemlich natürlich, auch die Mimik ist gut ausgearbeitet. Das dritte Ass im Ärmel ist Lance Henriksen. Zwar verfällt er immer mal wieder in komisches Overacting, allerdings vermag er es über weite Strecken, den von Rache und Schuld zerfressenen Vater auf gutem Niveau zu spielen. Die restlichen Schauspieler sind ordentlicher Horrordurchschnitt.

Wenn sich nicht so vieles in diesem Film wiederholen würde (das Monster schnappt sich die Leute grundsätzlich, indem es sie aus dem Bildschirm zieht - was dann passiert, hat man häufig besser gesehen) und stattdessen das originelle Märchenkonzept mutiger ausgebaut worden wäre, hätte aus Pumpkinhead ein wirklich guter Gruselfilm werden können. Mit mehr Blut wäre ein schicker Horrorfilm draus geworden. So aber bleiben nur gute Ansätze erkennbar, der Rest ist Standard. Schade um die stimmungsvollen Szenen, die eine gute Idee erkennbar werden lassen, trotzdem ist der Film gerade ihretwegen durchaus zu genießen.

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