Nachdem Farrante seine grosse Liebe verlor und sein Bruder zur Sklaverei wegen Verrat verurteilt, verbündet sich Farrante mit dem gefürchteten Piraten Teufelskralle,der ihn alsbald als oberster Pirat seiner Bruderschaft ernennt. Zusammen erbeuten sie viele Schätze, mit dem einzigen Unterschied, dass Farrante, jetzt mit Piratennamen Dunkler Engel getauft, ein barmherziger und frauenliebender guter Pirat ist, der für Todeskralle wie ein verweichtlicher Wurm wirkt. Sie retten zusammen eine Frau von einem Sklavenkutter und nehmen sich als höchstes Ziel die Burg von Spanien zu stürzen. Unterdessen opferte Epillitor sein Leben für den König von Frankreich unter dessen Befehlen er jetzt steht. Schon bald ist der dunkele Engel weltbekannt unter seinem Namen und schon sein Bruder erfährt von seiner Existenz, ohne zu wissen, dass es sein Bruder ist. Die Burg von Spanien ist das grösste Ziel der ungewöhnlichen Piratentruppe.
Die zweite Episode erzählt den ersten Teil nahtlos weiter und ist in seiner Inszenierung ähnlich wie der Erste. Die Befürchtung, dass die Serie in belangloses Piratengetümmel übergehen konnte, verwirklichte sich nicht, stattdessen wird die personenbezogene Piratenhatz um den gebeutelten Farrante extrem beleuchtet, sodass solche Momente wie das Begraben seines alten Ichs fast schon zum weinen rührend sind. Selbst das Duo Farrante und Teufelskralle ist dafür ein grosser Faktor, punktet diese Konstellation des gierigen und böszynischen Altmeisters und dem charmanten Neupiraten mit ungemeiner Symphatie. Nicht zuletzt ist es der Wendepunkt in der Geschichte, als Teufelskralle unerwartet Farrante die Führung seiner Truppe überlässt und er von dannen zieht. In gemächlicher Nebenhandlung erleben wir den Bruder, der dann alsbald von der vermeintlichen Todesstätte seines Bruders erfahren muss, obwohl dieser als gutherziger Pirat die Weltmeere unsicher macht.
Handwerklich ist das Alles beim Alten und gewohnt gut umgesetzt, Bava konzentriert sich allzu sehr auf seine gut gezeichneten Protagonisten und deren zwischenmenschliches drumherum. Die Kämpfe sind geschickt inszeniert, doch bisweilen trabt da schon dann und wann ein wenig Leerlauf durch, vorallem die Synchro einer Beteiligten raubt dann schon den letzten Nerv. Übrigens die gleiche Darstellerin, die in ersten Teil Livia mimte. Farrante versprüht fast schon den unwiderstehlichen Charme eines Johnny Depps, ohne natürlich dessen Klasse natürlich zu erreichen. Das macht aber auch so alles nichts, denn die gewissen Abenteuer seiner Truppe unterhalten so auch ungemein, zumindest an einem öden Samstagnachmittag ist das ein Film, den man sich bedenklos einpfeifen kann. Farrantes Schiff trägt übrigens den Namen seiner Frau Livia und als die Herren auf einem fremden Schiff Kakao mit Schiesspulver tauchen um damit am nächsten Tag die spanische Burg zu attackieren, dann darf ruhig mal unter lautem Getose, aufgrund der perfekt aufkommenden Action applaudiert werden.
Man darf also gespannt sein auf Teil 3+4, die morgen zur perfekten Sendezeit auf Tele 5 laufen.
Selten symphatisch inszenierte Piratenhast, die durchweg Spass bereitet.
75%