Nach den brenzligen Geschehnissen im dritten Teil der Miniserie zieht sich Ferrante auf die Insel seiner Indianerfreunde zurück, während Ippolito schwer erkrankt im Sterbebett weilt. Der spanische König und seine Tochter rachsüchtige Tochter Livia nehmen sich vor ihn zu beseitigen, während sie schon gleichzeitig davon erfahren, dass Farrante bei der Seeschlacht nicht ums Leben kam. Geldgierig zieht er mit seinen Truppen auf die Insel um Ferrante zu töten und den Schatz der Kaziken zu entnehmen. Doch Ippolito, der von den Vergiftungsversuchen des spanischen Königs erfährt, kann sich erretten, kommt zu Kräften und reisst auf die Insel mit, um seinem Bruder im Kampfe beizustehen. Doch die Begegnung der Brüder mit der mittlerweile starkt veränderten und rachsüchtigen Livia steht noch aus.
Der letzte Teil dieser wunderbar inszenierten Piratenserie schlägt hierbei mitunter stark in actionlastige und bisweilen düstere Gefilde ab, liegt das Hauptaugenmerk indes auf der Rache der erstellten Livia, die alles dran setzt die beiden qualvoll zu töten. Insbesondere die Locations der Indianerinsel mit all seinen religiösangehauchten Kulissen verbreiten dabei schon atmosphärische Klasse, die Katakombenähnlichen Gänge mit ihren Skeletten und Götteranbetungsplätzen wissen da sicher zu gefallen. Aber das mag nicht der grösste Punkt dieses vermeintlichen Finales sein, auch wenn sich der Grossteil von "Geheimnis der Kaziken" dort abspielt. Die vierte Episode ist somit die Verschmelzung von Teil 3 und 4 und mitunter auch die wendungsreichsten und geschickt inszeniertesten Episoden. Tief reiht sich an Hoch, emotionale Szene reiht sich actionlastige Degenkämpfe und Kämpfe in den Wäldern der Insel. Das alles ist schon recht exzessiv, auch wenn Bava auf wirklich drastische Szenen, aufgrund FSK 12 verzichtet. Bisweilen fliesst da massentauglich der rote Lebenssaft, aber das mag in Anbetracht des Lebens in diesem herrlichen Spektakel nebensächlich sein.
War man im zweiten und dritten Teil bemüht mit Eppilitor zu symphatisieren, offenbart sich der Wechsel zu den Spaniern als Vorgang um der Existenz seines Bruders besser auf die Schliche zu kommen, auch wenn es sein Ziel war, ihn, als Schwarzer Engel und Pirat zu töten. Doch nun, völliger Tatendrang und mit eisiger Wehmut im Herzen kämpft er um die Gunst seines Bruders und so ist man auch sehr dazu gewillt, fast schon zu weinen, wenn die beiden aufeinandertreffen. Das ist zwar alles recht absurder Kitsch mit dem nötigen Happy - End, aber seien wir ehrlich: Die vier Teile haben gefordert, die Wege der beiden waren interessant, genauso wie deren geistige Entwicklung. Und dabei ist es dann kein Wunder, wenn man das Ende feiert, als hätte man selbst in diesem Treiben mitgewirkt. Wenn mich ein Film dermaßen berührt, dass mir die Gänsehaut den Rücken runterläuft, dann muss da doch was dran sein. Und das in einem Werk von Lamberto Bava. Der Regisseur, der mir unter den italienischen Filmschaffenden am wenigsten zusagt.
Unlogisch erscheint dabei nur die Erklärungen der entstellten Livia für ihre Rachegründe, die reichlich oberflächlich ausfallen. Aber sei es drum, sei der Grund für die Abenteuer der beiden noch so belanglos, Piraten der Karibik ist eine TV-Serie der besonderen Art die fesselt, unterhält, reichlich wendungsreich ist und emotional berührt. Und Teufelskralle ist auch wieder mit dabei. Samt Papagei und Piratenausrüstung. Herrlich.
Fazit:
Aufwändige aber genauso bodenständige Piratenserie mit reichlich Herzblut. Die Metamorphose von Piratenaction, Dramatik, Emotionen und reichlichen Wendungen macht aus diesem Abenteuer ein Geheimtipp, der gesehen werden sollte. Es macht einfach Spass, auch wenn bisweilen die Logik manchmal auf der Strecke bleibt und einiges an Klischees aufgefahren wird. Piraten der Karibik hätte wirkliche eine vernünftige und vorallem deutschsprachige DVD - Veröffentlichung, fernab des Free - Tv's verdient.
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