Review

Nebenbei mal ein Beispiel für völlig verhunzte Dramaturgie.
Genre: Tierhorror
Runtime bei exakt 14.00 Minuten, als folgende Szene einsetzt: Nachts. Ein kleiner Transporter steht im Wald, ein Paar legt auf der Ladefläche los. Er unten, sie oben (ohne).
Die deutsche Synchro gibt sich erst gar nicht groß Mühe, neu einzustöhnen, nur Fetzen werden unter den Originalton gemischt. Sie hüpft auf ihm, er verzieht das Gesicht, als würde er auf einer Zitrone herumkauen. Sie bewegt ihre Arme, lässt ihre Silikon-Tüten hüpfen, zischt ab und an ein zustimmendes „Ja“ und nichts weiter passiert. Noch nicht einmal ein Stellungswechsel.
Diese Sequenz dauert sage und schreibe acht (!) Minuten, - der darauf folgende Angriff des Dinosauriers gerade mal zehn Sekunden…

C-Filmer Jim Wynorski hat schon so manchen Streifen in den Sand gesetzt, doch in diesem Fall bemüht er sich noch nicht einmal um eigene Kreaturen, sondern greift ausschließlich auf Footage der „Carnosaur“ – Reihe von B-Veteran Roger Corman zurück. Von daher herrscht schon aufgrund inszenatorischer Unzulänglichkeiten heilloses Durcheinander, was bekannte Gesichter wie Eric Roberts (Held) und Corbin Bernsen (Bösewicht) zu keiner Zeit auffangen können.

Die Zutaten der dünnen Story sind ein entschlossener Cop (Roberts), seine Ex und jetzige Assistentin, ein böser Wissenschaftler (Bernsen), der geheime Gen-Experimente durchführt, ein entflohener T-Rex und ein Alpha-Team der Marines, das sich im letzten Drittel in den Räumen des Forschungslabors herumtreibt, - mit spannendem Tierhorror hat das auf weiter Flur herzlich wenig zu tun.

Dass sich der schematische Ablauf zunächst üblicher Strickmuster bedient, ist anfangs zu begrüßen, etwa, als drei namenlose Teens in ihrem Jeep gekrallt und kurz darauf weitere Opfer aufgefunden werden. Dazu gehört das übliche Herumrätseln, um welches Tier es sich handeln könnte, Untersuchungen verschiedener Tatorte, Inspizieren von Leichen und die rasche Spur zum Übeltäter, der nebenher einen aufmüpfigen Mitarbeiter an einen weiteren Saurier verfüttert. Doch als sich das Geschehen ausschließlich in die Forschungsanstalt verlagert, ist es mit halbwegs abwechslungsreichen Momenten endgültig dahin.

Das Heldenpaar wird folgerichtig vom Wissenschaftler überwältigt und eingesperrt, doch weil man das ahnte, führt ein kurzer Telefonanruf beim E-Werk dazu, dass bei Zeiten der Saft abgedreht wird und das Paar rechtzeitig freikommt, während die Spezialeinheit wie wild auf die übrigen Dinosaurier feuert und natürlich nichts erreicht.
Immerhin werden einige von denen dahingerafft und es kommt andeutungsweise zu leichten Gewalteffekten, wie abgerissenen Armen und freiliegenden Bauchdecken.
Auch die Saurier stammen zwar nicht aus dem Rechner, bewegen sich jedoch viel zu hölzern, um überhaupt einen halbwegs realistischen Eindruck zu hinterlassen.

Hier mangelt es in jeder Hinsicht an Drive. Unspektakulär und mit null Augenzwinkern versehen, bewegen sich die blechernen Figuren oft nur hilflos durch die kargen Kulissen und sobald die Urzeit-Kreaturen überhaupt mal auftauchen, geschieht dies unter Zuhilfenahme schwacher Ausleuchtung, hektischer Schnitte und unnötiger Farbfilter.
Mit Kreativität hat das Werk indes nichts zu tun, das ist zusammengeschusterter Müll aus vor Jahren abgedrehter B-Ware, die im Kontext der unmotivierten Geschichte selten Sinn ergibt.
Da ist die elendig lange Softsex-Szene nur die Spitze geballter Einfallslosigkeit.
2 von 10

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