Im Jahr 2020 führt die NASA den ersten bemannten Raumflug zum Mars durch und schafft es, erfolgreich auf dem roten Planeten zu landen. Als die Astronauen eine Untersuchung der Planeten-Oberfläche durchführen und dabei auf ein metallenes Gebilde stoßen, kommt es zu einem ebenso unerklärlichen wie katastrophalen Zwischenfall, der mehrere Team-Mitglieder das Leben kostet. Schnell wird eine Rettungs-Mission rund um Commander Woody Blake und seinen Kumpel Jim McConnell - der immer noch um seine verstorbene Frau Maggie trauert - auf den Weg gebracht, um etwaige Überlebende des ersten Fluges zu bergen. Die Reise geht jedoch nicht ohne Blessuren vonstatten und als man schließlich auf dem Mars ankommt, macht man dort eine unglaubliche Entdeckung... Mit "Mission to Mars" gibt ausgerechnet Brian De Palma auf für ihn ungewohntem Science-Fiction-Terrain den Startschuss für eine kleine Welle von Mars-Filmen der frühen 2000er, die da noch die nachfolgenden "Red Planet" und "Ghosts of Mars" umfasst... und von den genannten Streifen ist er nicht nur mit Abstand der schlechteste, sondern auch generell eine der enttäuschendsten Arbeiten des Regisseurs, der ja eigentlich seit den 70er Jahren vornehmlich im Horror- und Thriller-Bereich reüssiert hat und hier beim genremäßigen Blick über den Tellerrand auf völlig verlorenem Posten steht. Okay, das Ganze ist offensichtlich als Versuch De Palmas auszumachen, nach seiner wohlgelittenen TV-Serien-Adaption "Mission: Impossible" und dem anschließend nicht ganz so gut angenommenem "Spiel auf Zeit" die eigene Karriere auf Kurs zu halten, aber als stilistischer Virtuose mit einer von starken Hitchcock-Anleihen und sehr europäisch geprägten Handschrift war er ja noch nie wirklich ein patenter Kommerz-Filmer, sondern hat seine Hits schon immer irgendwie eher "versehentlich" gelandet. Letztendlich hat er hiermit aber doch genau das Gegenteil von dem erreicht, was er beabsichtigt hatte und sich selbst noch mehr geschadet als zehn Jahre zuvor mit seinem verunglückten "Fegefeuer der Eitelkeiten", denn für einen erneuten Erfolg beim Publikum hätte er mal echt zu einem nicht so gänzlich hirntoten Skript (übrigens: Basierend auf einer Disney-Attraktion?!?) greifen müssen, wie es ihm die Drehbuchautoren Jim & John Thomas ("Predator") und Graham Yost ("Speed") da hingedeichselt haben, welches trotz seiner übertriebenen Ernsthaftigkeit inhaltlich aber doch nur Stoff für einen trashigen Möchtegern-Blockbuster made in Hollywood liefert: Die Déjà-vu-Gefühle, die da direkt von Anfang an evoziert werden, gehen förmlich durch die Decke, denn da werden nicht nur ob des Hauptdarstellers Gary Sinise Erinnerungen an "Apollo 13" geweckt, kurz darauf wird die erste (tödliche) Begegnung mit einer Alien-Intelligenz auf dem Mars in Form eines Sandsturm-Wurms visualisiert, was der "Wasserschlange" aus James Camerons "Abyss - Abgrund des Todes" doch recht nahekommt. Viele Szenen, die bei völliger Schwerelosigkeit spielen, sind zudem so angelegt, als wollte man nochmal den Wow- und Aha!-Effekt von "2001: Odysee im Weltraum" wiederholen und das Genre auf eine ähnliche Art revolutionieren... und "Mission to Mars" mit dem besagten Kubrick-Klassiker (von dem ich nicht mal ein besonders großer Fan bin!) in einem Atemzug zu nennen, kommt wirklich einer Blasphemie gleich. Merke: Es ist immer schlecht, wenn einem während des Ansehens eines Films direkt ein halbes Dutzend andere Streifen in den Sinn kommen, die allesamt besser gewesen sind und die man lieber nochmal stattdessen gucken würde. Dass tatsächlich Brian De Palma auf dem Regie-Stuhl gesessen hat, merkt man der Angelegenheit übrigens nicht wirklich an, rein inszenatorisch betrachtet hätte den hier jeder andere dahergelaufene Hansel genau so hinbekommen. Die Razzie-Nominierung als "Schlechtester Regisseur" war jedenfalls nicht gänzlich unverdient, er kann von Glück sagen, dass Roger Christian im selben Jahr mit "Battlefield Earth - Kampf um die Erde" so hart verkackt hat und einfach nicht zu unterbieten gewesen ist. Der finale Schlag vor's Fressbrett ist dann aber doch der esoterisch verquaste Schluss, der die Geschichte mit einer Klein-Fritzchen-Sichtweise auf die Entstehung irdischen Lebens in einen echten Antiklimax münden lässt und sich nicht entblödet, 'nen Außerirdischen als beschissene Computerschrott-Animation doch noch um die Ecke wackeln zu lassen... "peinlich" ist dafür gar kein Ausdruck! Da rettet die namhafte Besetzung dann auch nichts mehr, "Mission to Farce" drängt sich einem da als passenderer Titel auf. Brain De Palmas schlechtester Film...? Auf jeden Fall ein heißer Kandidat...
3/10