Die Geschichte rund um den von Sir Arthur Conan Doyle erdachten Meisterdetektiv dürfte eigentlich den meisten Menschen bekannt sein. Mitte der 50er wurde in den USA eine Vorabendserie dazu gedreht, die insgesamt 39 Episoden von ca. je 25 Minuten Länge umfaßt. Die Episodenlaufzeit ist dabei meiner Meinung nach das größte Problem dieser Serie, in nicht mal einer halben Stunde läßt sich einfach kein vernünftiger Kriminalfall aufbauen und auslösen.
So wird hier zum Beispiel dem Zuschauer in den meisten Fällen die Möglichkeit genommen, selbst ein wenig mit zu kombinieren und ein wenig selbst den Fall zu lösen. Holmes feuert zwar in regelmäßigen Abständen eine seiner scharfgeistigen Schlußfolgerungen ab, allerdings beruhen diese Folgerungen auf Tatsachen die nicht im Bild zu sehen waren, so daß man diese zwar bewundern darf aber sie auch als gegeben hinnehmen muß ohne Kontroll- oder Selbstkombiniermöglichkeit. Zudem vermißt man häufig auch die brillianten Gegenspieler vom Kaliber eines Dr. Moriarty, sondern bekommt meist einfach einen profanen Mörder, der dann eben nach wenigen Minuten überführt wird. Dies Konzept geht zwar teilweise auf, die Episoden sind interessant mitzuverfolgen, aber es fehlt eben das mitreißende a la Baskerville und Konsorten. Immerhin wird aber in Folge eins der eher selten zu sehende Umstand gezeigt, durch welchen absoluten Zufall diese Wohngemeinschaft in der Baker Street zu Stande kam und das sich die beiden doch recht unterschiedlichen Charaktere erst mal zusammenraufen mußten.
Kleinere Mängel gibt es auch bei den Darstellern, besonders Ronald Howard kann einem Basil Rathbone oder Peter Cushing einfach nicht das Wasser reichen, Howard leistet zwar solides, aber nicht besonderes Handwerk ab. Erschwerend kommt auch die recht schlampige deutsche Veröffentlichung mit hinzu. Holmes nuschelt sich da einen zurecht und ist teilweise wirklich kaum zu verstehen. Überhaupt ist die Synchro, ebenso wie die Bildoptimierung nicht gerade doll gelungen
Diese Sherlock Holmes Serie ist eigentlich nur was für Fans des alten Pfeifengrüblers, von den mittlerweile dutzenden von Verfilmungen sind die meisten wesentlich unterhaltsamer, da abendfüllender. Die Charaktere wurde zwar eng an die Vorlage geknüpft, so ist Holmes immer noch der arrogante Einzelgänger, Watson der leicht einfältige Assistent und Lestrade der eitle Selbstdarsteller, aber durch die relativ maue Umsetzung bleibt eine eher durchschnittliche Serie für Fans übrig.
5/10