1491 befinden sich Spanien und das maurische Granada im Krieg. Als ein Don ermordet wird und eine kriegsentscheidende Waffe verschwindet, muss Capitan Miguel sie finden, den Mord aufklären und gleichzeitig seine Geliebte Rossita retten.
Eugenio Martín war ein spanischer Autor, Dichter und Regisseur. Neben diversen Abenteuerfilmen und Italo-Western, hat er u. a. auch den Horrorfilm Horror Express gedreht.
Sein Der Mann von Toledo ist ein unterhaltsamer Streifen, was allerdings nicht immer ganz freiwillig ist, sondern am bisweilen naiven Charme des ganzen Geschehens liegt. Hier werden Strohkugeln mit zerbrechlicher Füllung per Katapult verschossen, wichtige Dinge und Gefangene in fertig angespannten Wagen unbewacht gelassen und fette Kanonen von einer Person bewegt. Das Drehbuch hakt vorn und hinten, an allen Ecken und Kanten, wobei die Grundstory gar nicht mal uninteressant ist und durchaus hätte spannend sein können, dazu hätte man aber ein bisschen mehr Kompetenz und Budget gebraucht.
Alles wirkt irgendwie billig und unpassend, wenngleich nicht hässlich. Aber wenn ein Trupp Aussätziger in abgerissenen, aber sauberen und gebügelten Leinenklamotten auftritt, ist wohl irgendwas schiefgegangen. Das mangelnde Budget macht sich überall bemerkbar, vor allem auch an der Action. Die Schwertkämpfe wirken leider extrem steif und hölzern.
In diesem Film um einen Krieg zwischen Arabern und Spaniern gibt es übrigens auch auffallend wenige Araber. Sämtliche wichtigen arabischen Rollen werden von Weißen oder Südeuropäern gespielt. Warum auch immer.
Dass das nicht völlig in die Hose geht, liegt an den sympathischen Darstellenden, die besonders als Randfiguren manchmal wirklich drollige Dinge zu tun haben. Das ist mitunter witzig, manchmal herrlich doof, aber immer unterhaltsam. Dazu trägt auch die Spielfreude der beiden Hauptdarsteller und der allesamt höchst attraktiven Damen bei, die hier für allerlei Liebesgeplänkel sorgen und recht amüsant von dem eigentlich ernsten Hauptplot ablenken. Und tatsächlich funktioniert der Humor, es überrascht, aber viele Gags machen tatsächlich Spaß ("Sie hatten versprochen sich aufzuhängen. Da, steigen Sie dort hinauf und schließen Sie die Augen!").
Oh ja, und ein gewisser Christoph Columbus taucht auch zweimal auf.
Nicht ernstzunehmender Abenteuerfilm mit sympathischem Cast, einigem Humor (freiwilligem und unfreiwilligem), der einfach naiv charmant ist und augenzwinkernd gut unterhält. Nur bitte nicht über Sinn oder Unsinn nachdenken.