Review

Die hübsche und alleinstehende Gloria nimmt nach einer Party den Anhalter Scott mit. Als sich beide Abends zum Kino verabreden, wird sie von Scott versetzt. Dieser kommt aber später doch noch während des Films ins Kino und stirbt dort neben Gloria. Als sie Hilfe organisieren will, ist die Leiche allerdings bei ihrer Rückkehr verschwunden und ab diesem Moment wird sie von einigen zwielichtigen Gestalten verfolgt.
Niemand, außer dem Polizist Tony Carlson, glaubt ihr.
Eine ganz krumme Tour war wohl so etwas wie die erste Hauptrolle für Chevy Chase, auch wenn der Fokus klar auf Goldie Hawn liegt. Beide harmonieren unheimlich gut miteinander, was auch im späteren Film "Fast wie in alten Zeiten" nochmals gesteigert wiederholt wurde.
Eine ganz krumme Tour lebt allerdings eher von den Spannungsmomenten und einer teils schon unheimlichen Atmosphäre, die vom Komödienanteil ab und an aufgelockert wird.
Chevy Chase gibt eher den Standard-Cop und blödelt kaum, wie in späteren Rollen, herum. Goldie Hawn ist ein perfektes, zierlich erscheinendes Opfer, das sich allerdings doch des öfteren erfolgreich gegen die Gangster wehrt. Überhaupt sind viele bekannte Gesichter im Film vertreten, die das Niveau auf ein gutes Maß heben. Nein, von den Darstellern her punktet der Film.
Ebenso ist der Spannungsbogen sehr anständig, wenn es auch fast immer das selber "vor den Gangstern wegrennen Spiel" in verschiedenen Varianten ist. Aber mehr gibt die simple Story auch nicht her, die sicher keinen Preis für Originalität gewinnt.
Dafür ist die Arbeit des Kameramannes top! Tolle Fahrten, Landschaftsaufnahmen und Spannungsmomente werden gekonnt abgeliefert, das man sich schon fast in einem Film aus dem Giallo-Genre glaubt. Unterstrichen wird das Ganze durch einen relativ minimalistischen, aber sehr effektiven Sound, der dann allerdings bei den romantischen Chase/Hawn Szenen knapp an die Schmalzgrenze stößt. Wie man hier schon herauslesen kann, konnte man es sich natürlich nicht verkneifen, das sich Opfer und Beschützer ineinander verlieben, aber dieses Klischee müßte man unzähligen Filmen anlasten.
Die Gags sind wohl platziert und zünden auch noch heute ganz gut, wenn auch einiges ein wenig zu lang gezogen wurde (Dudley Moore bei seiner Goldie Hawn Anmachen bei sich zu Hause). Trotzdem, köstlich wie der Witz oft durch Mißverständnisse oder aus einer Situation heraus entstehen.
Das Ende kann nicht ganz überzeugen, die Action ist Standardkost und wirkt dann ein wenig abgehackt, was aber durch die vorangegangenen, gut unterhaltenden Minuten relativiert wird.
Für Krimifans, Liebhaber der Spät-70er oder Hawn/Chase Fans ist der Film sicher ein Blick wert.
Chase spielt im Grunde eine 08/15 Rolle, füllt diese aber mit Charme und Spielfreude aus. Goldie Hawn spielt gekonnt das Opfer, ist allerdings aber nicht immer so hilflos, wie vergleichbare Rollen innerhalb des Genres.
Eine reine Komödie sollte man nicht erwarten, da der Schwerpunkt eher auf der Krimihandlung liegt, was, im Rahmen der Story, auch gekonnt inszeniert wurde. Allerdings kann leicht der Eindruck von "weder Fisch noch Fleisch" entstehen, da die ernsten Momente auch entsprechend inszeniert wurden, ebenso wie der Komödienanteil. Mir hat die Mischung allerdings gut gefallen.

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