"Bond ist wieder da!"
.......und zwar genau nach den Ereignissen, die am Ende von Casino Royale statt fanden. Gleich vorweg, Quantum of Solace reicht nicht ganz an seinen Vorgänger heran, aber ist im Gesamtbild einer der großartigsten Bond-Streifen der Filmreihe. Das 007 einen neuen Weg eingeschlagen hat, konnte man ja schon im ersten Craig Streifen sehen. Dieser Weg wird jetzt mit dem zweiten Craig weiter eingeschlagen. Quantum of Solace ist eine Action-Achterbahn fahrt, wie man sie schon lange nicht mehr in einem Bond Film mit soviel Klasse gesehen hat. Als vergleich würde man wohl Brosnans Tomorrow never Dies nennen, der auch von seiner rasanten Ader profitierte und von einer Actionszene in die nächste sprang. Man kann auch sagen, das dieser Part der Reihe wohl ein Mittelstück zu einer Art Trilogie sein soll, die erzählt werden will.
Positiv ist anzumerken, das einige bekannte Bondelemente sich langsam wieder in die Reihe einschleichen. So z.b trägt 007 wieder eine Walter PPK, die optisch sehr an die von Connery erinnert. Filmmusiktechnisch wird das bekannte Theme jetzt wieder öfter im Film eingesetzt, was bei Casino Royale so gut wie fehlte. Ja, sogar im Abspann erscheint ein 007 Element fast wie in alten Zeiten. Es handelt sich hierbei um die bekannte Gunbarrel-Sequence, die sonst immer am Anfang eines jeden Films stand.
Stichwort Anfang. Die Eingangssequenz des Films wartet mit einer rasanten Verfolgungsjagd auf, die auch schon den Style des neuesten Abenteuers erkenne lässt. Nämlich rasante Schnitttechniken, die sehr stark an die Bourne-Trilogie erinnern. Das soll auch so sein, den diese Art von Schnitt zeigt das Durcheinander einer jeden Verfolgungsjagd perfekt auf. Man fühlt sich, als wär man selber der Jäger oder der Gejagte.
Diese Technik dominiert von nun an den ganzen Film mit seinen Actionszenen. Bond springt von einer Actionszenen in die nächste und diese sind wirklich sehenswert geworden. Soviel gradiose Action gab es schon lange nicht mehr im Kino zu sehen.
Natürlich gibt es auch ein paar ruhige Momente die auch sehr gut geworden sind und die die etwas in den Hintergrund gerückte Story aufwerten. Aber die Action beherrscht diesen Film einfach.
Nun zu den Schauspielern. Das Daniel Craig wohl der coolste und der am nähesten an die Roman-Bondfigur orientierteste Bonddarsteller ist, hat er ja schon in Casino Royale bewiesen. Jetzt baut er seine Rolle weiter aus und das mit einer gradiosen Leistung. Man hofft nur, das es im nächsten Film so weiter gehen wird.
Was die Bondgirls betrifft, so muss man leider sagen das sie dieses mal nicht so gut sind. Olga Kurylenko kann einfach nicht in ihrer Rolle durchstarten und bleibt einfach nur blass. Gemma Artertorn bleibt ebenfalls blass.
Der nächste Kritikpunkt wäre der Bondschurke. Mathieu Amalric ist ein super Schauspieler, kann sich aber nicht richtig in der Rolle des Schurken ausleben. Der Rest des Casts macht aber seine Arbeit recht gut. Judi Dench wieder mal als M mit einer tollen Leistung und Jeffery Wright als Felix Leiter leider mit wenig Screentime, aber wenn er zu sehen ist dann macht er seine Arbeit gut. Gaincarlo Gannini ist auch wieder mit dabei, aber leider viel zu kurz. Da hätte man noch was rausholen können.
Was die Schauplätze des Films diesmal an Menge bieten ist auch sehr intressant. Egal wo Bond gerade ist, eine rasante Szene ist immer damit verbunden. Ganz besonders die Szenen in Bregenz haben ihren Style, wo man schon merkt das da ein Regiessur wie Marc Forester zugange war.
Auch in dieser Hinsicht dürften sich die Geister der Bondfans schneiden. Ein Mann wie Forester, ist er wirklich ein guter 007 Regiessur? Ich meine, ja! Er bringt eine intressante Entwicklung in die Inszenierung der James Bond-Reihe,doch leider wird er den nächsten nicht machen.
Zum Schluss wäre ein Blick auf die Filmmusik nicht schlecht.
Was den Bond-Title Song angeht, so gings diesmal komplett voll daneben. Der gewisse Style der älteren Songs fehlt einfach, aber das war ja bei Casino Royale auch schon der Fall obwohl dieser leicht besser war. Filmkomponist David Arnold steuert breits zum fünften mal den Score zum Film bei. War sein erster Score zu Tomorrow never Dies noch recht einfallsreich, so nahmen die Ideen leider von Film zu Film ab. Quantum of Solace ist von der Musik her nur aufgewärmtes aus den Vorgänger-Scores. Hier wäre vielleicht für den nächsten 007-Film ein Wechsel von Vorteil.
Alle die diesen Bond jetzt einfach nicht toll finden sollten sei gesagt, das die Reihe genau den richtigen Weg eingeschlagen hat und mit Daniel Craig einen wunderbaren Darsteller gefunden hat. Quantum of Solace überzeugt durch seinen flotten Style auf ganzer Linie und hat nur ein paar Contra Punkte, die den Film aber immer noch zu einem der besten 007-Streifen aller Zeiten machen. Im Vergleich zu den Moore Bonds ist dieser James Bond einfach ein Meilenstein.
Fazit: Bond ist zurück und weiß genau was er will! 9/10 P.