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Der erfolgreiche und vermögende Literaturprofessor Jonathan Merrick steht kurz vor seiner Hochzeit mit Rowena, als in seinen Vorlesungen die hübsche und faszinierende Studentin Ligeia Romanova erscheint. In geheimen Experimenten schafft sie es, die menschliche Seele eines frisch Verstorbenen einzufangen, doch der Dekan will ihre grausamen Versuche nicht weiter unterstützen und sie exmatrikulieren, ein Fehler, den er mit seinem Leben bezahlt. Mittels schwarzer Magie zieht Ligeia Jonathan in ihren Bann und heiratet ihn, um dann von seinem Geld das alte Anwesen ihrer Vorfahren, ein finsteres Schloss am Schwarzen Meer, zurückzukaufen. Hier führt sie ihre Experimente fort, um den Tod auf Kosten anderer zu überlisten.

Ich kenne zwar Poe´s Kurzgeschichte "Ligeia" nicht oder nicht mehr, aber zumindest die Art der 2008er Verfilmung passt sehr gut zu seinem sonstigen Schreibstil. Immer ein wenig verschwurbelt und auf traditionelle Werte und Sprache achtend, hat man als unbedarfter Zuschauer lange das grundsätzliche Problem überhaupt zu wissen, welche Geschichte hier überhaupt vermittelt werden soll.
Poe typisch ist auch durchaus das nicht gerade atemberaubende Tempo und die düstere gotische Atmosphäre, was die Macher hier sehr schön, vor allem optisch, eingefangen haben. Da kann man den Machern keinerlei Vorwurf machen, nur erzählerisch liegt hier doch einiges im Argen und hätte für den Filmzuschauerdeutlich goutiergeeigneterer gestaltet werden könne und für mich sogar müssen. Nichts dagegen, wenn man auch mal beim Schauen nachdenken muß, aber bis hier das Motiv der Dreiecksbeziehung aufgrund des Wunsches nach ewigem Leben durch Seelenübertragung und Körperwechsel so etwas wie Fahrt und Transparenz entwickelt werden den allermeisten ein Haufen fiktiver Fragezeichen um den Kopf schwirren.
Wenn man jetzt noch etwas weniger schwülstig daherkäme und seine Figuren besser zeichnen würde, könnte man einen schönen schwermütigen Horror bieten, der auch ohne Gewaltakte aufgrund seiner Atmosphäre auskäme, aber so werden eher die Poe oder Lovecraft Puristen angesprochen. Normalseher, die zudem die Romanvorlage nicht kennen, werden hier aber eher Verständnis- und Interessensprobleme mit dieser trockenen Literaturabwandlung haben.
5/10

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