Review
von Leimbacher-Mario
Danish Noir Dynamite
Im nordischen, furztrockenen Krimi „Terribly Happy“ wird ein psychisch labiler Polizist von Kopenhagen in die dänische Provinz versetzt, um dort in ein dunkles Moor aus Machenschaften, Geheimnissen und Sünden, Grautönen und sprudelnden Lebenssäften gezogen zu werden…
„Fryktelig lykkelig“ erinnert an frühe Coens, hat sowohl sehr düstere wie witzige Seiten, zehrt vom Kontrast zwischen Großstadtleuten und Pampaszwielicht, von Vorurteilen und Einbahnstraßen. Von schwarzer Komödie bis zu straight up gruseligen Momenten (nicht zuletzt wegen einem rot gekleideten Mädchen etwas an „Don't Look Now“ erinnernd) hat dieser Genrebastard sehr viele Facetten und bringt alles gekonnt unter einen Hut. Momentan auf Netflix, kann man sich recht warm von mir empfohlen mal geben. Frische Gesichter, unerwartete Wendungen, ein sehr geschicktes und glaubhaftes Ende. Insgesamt etwas surreal und nicht immer total glaubhaft - aber diebisch unterhaltsam. Selbst wenn einem unser „Held“ oft gegen den Strich geht - aber auch er passt in diese absurde Welt aus unglücklichen Umständen, skurrilen Köpfen und brutalen Gräueltaten…
Fazit: dynamisch, dänisch, düster. Creepy und toll. „Terribly Happy“ ist ein Schmankerl und Geheimtipp für Freunde eiskalter, schwarzhumoriger Nordic Thrillers. Brisant-brillante Mischung. Unangenehmer Protagonist. Unterkühlung trifft Unsicherheit. Mojn.