"24" ist wohl eine der besten TV-Serien, die jemals produziert wurden und werden. Dabei ist das Konzept der sogenannten "Echtzeit" nicht neu. Schon Alfred Hitchcock hat sich 1948 dieses Stilmittels bedient und zwar bei "Rope", deutscher Titel: "Cocktail für eine Leiche", in den Hauptrollen James Stewart und Farley Granger. Für Kiefer Sutherland ist der Part des CTU-Agenten "Jack Bauer" wohl die Rolle seines Lebens. Insgesamt betrachtet, gibt es wohl keine TV-Serie, die mit einer derartigen Spannung den Zuschauer an die Geräte fesselt. Die Zeiten der sogenannten "Straßenfeger" sind zwar lange vorbei. Sicher ist: gäbe es nicht diese Programm-Vielfalt, die Einschaltquoten bei "24" wären bestimmt 10x so hoch. Insgesamt gibt es zwar aufgrund des Echtzeit-Schemas einige Logiklöcher, dennoch bietet "24" eine wahnsinnige Atmosphäre, sehr gute Charakterzeichnungen und kluge Drehbücher. Wäre Jack Bauer eine reale Person, er wäre nicht zu beneiden. Wer würde schon freiwillig gerne in einem Team arbeiten, in dem jeder jedem misstraut, wo jede Schwäche oder jeder noch so kleine Fehler sofort zum Abteilungschef getragen wird. Bei der CTU beobachten sich alle gegenseitig und jeder schwärzt jeden an. Alles in allem ein sehr unangenehmes Team. Die einzelnen Protagonisten sind manchmal wirklich zu bedauern. Die einzige wirkliche Schwäche von "24" liegt eigentlich in der ständigen Wiederholung der Tatsache, dass in jeder Staffel ein neuer Maulwurf bei der CTU umhergeht. Ansonsten lebt die Serie von fiktiven oder geplanten Terroranschlägen. Da die CTU eine Anti-Terror Einheit ist, wird sich natürlich demzufolge jede Staffel um die Bekämpfung von Terroristen drehen. Bleibt die Frage, wie lange "24" davon zehren kann. Auf jeden Fall ist jede Folge so spannend wie eine Achterbahnfahrt und versetzt einen Adrenalinstoss nach dem anderen.